Politik

Mission nach dem Krieg geplantEuropäer wollen offenbar Schifffahrt bei Hormus absichern

15.04.2026, 08:22 Uhr
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Derzeit blockieren der Iran und die USA die Straße von Hormus. (Foto: REUTERS)

US-Präsident Trump wütet gegen die europäischen Verbündeten, weil er sich von ihnen mehr Engagement im Iran-Krieg wünscht. Einem Bericht zufolge planen diese nun allerdings eine Koalition, um die freie Schifffahrt in der Region zu sichern. Doch dafür muss erst Frieden herrschen.

Europäische Länder planen einem Zeitungsbericht zufolge eine breite Nachkriegskoalition, um die freie Schifffahrt in der Straße von Hormus zu gewährleisten. Wie das "Wall Street Journal" unter Berufung auf Insider berichtet, sollen dafür unter anderem Minenräumboote und andere Kriegsschiffe in die Region entsandt werden. Der Plan soll allerdings erst nach dem Krieg zum Tragen kommen.

Der französische Präsident Emmanuel Macron sagte demnach am Dienstag, dass die kriegsführenden Parteien - die USA, Israel und der Iran - nicht an der internationalen Verteidigungsmission beteiligt seien. Laut europäischen Diplomaten, die mit dem Plan vertraut sind, würden die europäischen Schiffe nicht unter amerikanischem Kommando stehen. Wie das Blatt unter Berufung auf einen hochrangigen deutschen Beamten weiter schreibt, soll sich auch Deutschland an der Mission beteiligen. Berlin könnte seine Zusage bereits am Donnerstag bekannt geben.

An diesem Freitag sollen Macron und der britische Premierminister Keir Starmer ein Online-Treffen mit mehreren Dutzend Ländern veranstalten, um zu erörtern, wie die Überwachung der Straße von Hormus nach dem Krieg am besten gewährleistet werden kann. Starmer wird offenbar persönlich an der Veranstaltung in Paris teilnehmen, während die meisten anderen Länder per Videokonferenz zugeschaltet sein werden. Die USA werden laut dem "Wall Street Journal" nicht teilnehmen. China und Indien seien eingeladen worden, doch sei ihre Teilnahme unklar.

Offenbar will sich die internationale Koalition mit den Anrainerstaaten der Meerenge, darunter Iran und Oman, abstimmen, wie das Blatt unter Berufung auf Frankreichs Außenminister Jean-Noël Barrot schreibt. Das deutet darauf hin, dass keine Mission ohne die Zustimmung des Iran stattfinden soll.

Allerdings sollen die Europäer noch uneins sein über die Rolle der USA. Französische Diplomaten sind offenbar der Ansicht, dass jede Art von US-Beteiligung in Teheran auf Widerstand stoßen könne, während britische Beamte befürchten, dass ein Ausschluss der Amerikaner Präsident Trump verärgern und den Umfang der Operation einschränken würde.

US-Präsident Donald Trump fordert seit Wochen, dass die europäischen Verbündeten Kriegsschiffe in den Golf entsenden, um die Meerenge gewaltsam wieder zu öffnen. Diese befürchten jedoch, in den Konflikt hineingezogen zu werden. Trump sagte NATO-Generalsekretär Mark Rutte bei einem Besuch vergangene Woche, er erwarte, dass Europa mehr Engagement zeige.

Quelle: ntv.de, ghö

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