Politik

"Mutter Bayerns" Ex-Landtagspräsidentin Barbara Stamm ist tot

Barbara Stamm bei einem Staatsempfang.

Barbara Stamm machte im Jahr 2009 ihre Brustkrebserkrankung öffentlich.

(Foto: Nicolas Armer/dpa/Archivbild)

Die frühere Landtagspräsidentin und stellvertretende Ministerpräsidentin von Bayern, Barbara Stamm, ist tot. Die Politikerin, die als "soziales Gewissen" Bayerns und der CSU galt, starb nach längerer Krankheit in Würzburg.

Die ehemalige bayerische Landtagspräsidentin Barbara Stamm ist tot. Die CSU-Politikerin starb im Alter von 77 Jahren in ihrer Heimatstadt Würzburg, wie der bayerische Landtag unter Berufung auf den Familienkreis Stamms mitteilte. Sie sei nach längerer Krankheit gestorben.

"Sie war Bayerns soziales Gewissen, Maßstab und Vorbild im Einsatz für die Mitmenschen", würdigte Ministerpräsident Markus Söder die Gestorbene. "Ihr großes Herz gehörte den Familien und ganz besonders den Schwächsten in unserer Gesellschaft. Mit ihrer Hilfsbereitschaft und Wärme war sie ein Vorbild für viele Menschen." Er verneige sich vor ihrem Lebenswerk. Für Donnerstag und den Tag der Beisetzung ordnete Söder zu Ehren der "Mutter Bayerns" Trauerbeflaggung an allen staatlichen Dienstgebäuden an.

"Ich bin zutiefst getroffen von der Nachricht vom Tod meiner Amtsvorgängerin", sagte die amtierende Landtagspräsidentin Ilse Aigner. "Wir verlieren mit Barbara Stamm eine über alle Parteigrenzen beliebte und hochgeschätzte Politikerin, die sich jahrzehntelang vor allem für die Ärmeren und Schwächeren in unserer Gesellschaft einsetzte und ihnen eine Stimme gab."

Erste Frau im Amt der Landtagspräsidentin

Als erste Frau an der Spitze des Bayerischen Landtags habe sie sich "großen Respekt und hohes Ansehen erworben. Wir verlieren mit ihr ein großes Vorbild für Frauen in der Politik, eine leidenschaftliche Kämpferin für die Schwachen in der Gesellschaft und eine überzeugte Demokratin."

Stamm stand von 2008 bis 2018 an der Spitze des bayerischen Landtags. Sie war die erste Frau in diesem Amt. Insgesamt gehörte sie 42 Jahre lang dem Landtag an, zudem war sie mehr als 13 Jahre lang Mitglied der Staatsregierung, unter anderem als Staatssekretärin und Ministerin sowie von 1998 bis 2001 als stellvertretende Ministerpräsidentin. 2009 hatte sie ihre Erkrankung an Brustkrebs öffentlich gemacht.

Quelle: jog/dpa

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