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Nordkoreas Botschaft in Madrid Ex-Soldat wegen Einbruchs festgenommen

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Nordkorea bezeichnete den Einbruch in die Botschaft in Madrid als "schwerwiegenden terroristischen Angriff".

(Foto: picture alliance/dpa)

Im Februar wird in die nordkoreanische Botschaft in Madrid eingebrochen. Die Gruppe Free Joseon, die Machthaber Kim stürzen will, bekennt sich zu der Tat. Nun wird in den USA ein mutmaßlicher Täter inhaftiert - ein ehemaliger US-Soldat.

Ein früherer US-Marinesoldat ist in den USA im Zusammenhang mit einem mysteriösen Einbruch in die nordkoreanische Botschaft in Madrid festgenommen worden. Der Mann sei am Freitag einem Gericht in Los Angeles vorgeführt worden, berichtete die "Washington Post". Der Verdächtige soll der Gruppe Free Joseon angehören, die zu einem Sturz des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un aufruft.

Der Einbruch in der Botschaft des abgeschotteten Landes in der spanischen Hauptstadt hatte sich im Februar - nur wenige Tage vor einem Treffen von Kim mit US-Präsident Donald Trump - ereignet. Dabei waren Computer und andere Gegenstände gestohlen worden. Details dazu blieben aber unklar. Der spanischen Zeitung "El País" zufolge ergaben erste Ermittlungen, dass mindestens zehn Personen in die Botschaft eingedrungen und gegen das Botschaftspersonal tätlich geworden seien. Free Joseon wies Vorwürfe eines tätlichen Angriffs aber zurück.

Pjöngjang bezeichnete den Einbruch damals als "schwerwiegenden terroristischen Angriff". Das nordkoreanische Außenministerium rief die spanischen Behörden auf, die Ermittlungen zu dem Zwischenfall "auf verantwortungsvolle Weise durchzuführen, um die Terroristen und ihre Drahtzieher zur Rechenschaft zu ziehen".

Im März erklärte sich Free Joseon, die sich auch Cheollima Civil Defence nennt, verantwortlich für den Einbruch. Sie habe seitdem Informationen "von enormem potenziellen Wert" mit der US-Bundespolizei FBI geteilt. In einer Erklärung auf ihrer Webseite hieß es, die Gruppe sei "bestürzt", dass das US-Justizministerium Haftbefehle gegen US-Bürger erlasse, die auf Strafanzeigen seitens Nordkoreas beruhten.

"Der letzte US-Bürger, der vom Kim-Regime in Haft genommen wurde, kehrte gefoltert nach Hause zurück und überlebte nicht", hieß es in der Mitteilung in Anspielung auf den Studenten Otto Warmbier. Warmbier war Anfang 2016 nach einer Gruppentour in Nordkorea bei der Ausreise festgenommen und wegen "feindlicher Handlungen gegen den Staat" zu 15 Jahren Arbeitslager verurteilt worden. 2017 wurde er freigelassen und zurück in die USA gebracht. Wenige Tage später starb er - er hatte damals bereits 15 Monate lang im Koma gelegen.

Quelle: n-tv.de, mli/dpa

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