Politik

Brexit-Streit mit Frankreich Exil-Briten könnten Führerscheine verlieren

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Nicht nur die Einreisebestimmungen haben sich für Briten in Frankreich geändert.

(Foto: imago images/Hans Lucas)

Viele Briten wählen das schöne Frankreich als Wohnsitz. Doch nach dem britischen EU-Austritt müssen sie sich mit neuen Regeln arrangieren, die teilweise noch immer nicht von den Regierungen vereinbart sind. Tausende Führerscheine könnten deshalb auf der Strecke bleiben.

Tausende Briten in Frankreich besitzen einem Bericht zufolge keinen gültigen Führerschein mehr oder laufen Gefahr, ihn in den nächsten Monaten zu verlieren. Die Regierungen der beiden Länder hätten sich nach dem britischen Austritt aus der Europäischen Union noch immer nicht auf ein Nachfolgeabkommen geeinigt, erklärt der britische "Guardian" die Ursache.

"Etwa 3000 Briten sind wirklich besorgt", zitiert die Zeitung die Britin Kim Cranstoun, die den Angaben zufolge ihren Wohnsitz vor drei Jahren fest von England nach Frankreich verlegt hat. "Berufspendler könnten ihren Job verlieren, ältere Menschen haben Arzttermine verpasst, weil sie in abgelegenen Regionen mit gar keinem oder ohne gut ausgebauten öffentlichen Nahverkehr leben", beschreibt sie Erfahrungsberichte, die in einer 6000 Menschen umfassenden Facebook-Gruppe geteilt werden. Viele Briten würden aus Verzweiflung darüber nachdenken, Frankreich wieder zu verlassen.

Die französische Regierung hatte im vergangenen Dezember mit dem Ende der Brexit-Übergangsphase erklärt, dass Bürger britischer Staatsangehörigkeit ihren bisherigen Führerschein bis Jahresende gegen einen französischen tauschen müssen. Die Anträge derjenigen, die den Wechsel beantragt haben, werden von den französischen Behörden allerdings abgewiesen mit Verweis auf die fehlende Einigung mit der britischen Regierung. Viele Führerscheine sind deshalb bereits abgelaufen oder drohen, demnächst ungültig zu werden.

Fahren ohne gültige Fahrerlaubnis kann in Frankreich ein Bußgeld von bis zu 15.000 Euro nach sich ziehen. Statt des Wechsels könnten Briten auch die französische Führerscheinprüfung ablegen. Diese kostet laut "Guardian" allerdings bis zu 1800 Euro, außerdem müssten sie einen Sprachtest bestehen. Kurzzeit-Besucher und britische Touristen brauchen den Angaben zufolge für Frankreich keinen neuen Führerschein.

Es drohen hohe Bußgelder

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In Deutschland gilt dieselbe Regelung wie in Frankreich. Britische Führerscheine sind nur noch bis zum 30. Juni 2021 uneingeschränkt gültig. Spätestens mit Ablauf dieser Frist müssen Briten eine Umschreibung beantragen. Wie genau dies abläuft, ist wie in Frankreich noch nicht abschließend geklärt.

Briten, die anschließend ohne gültigen Führerschein von der Polizei erwischt werden, begehen eine Straftat. Die dazugehörige Geldstrafe hängt vom Einkommen des Erwischten ab und wird in Tagessätzen berechnet, zwischen fünf und 360 Tagessätzen sind möglich. Neben einer Geld- oder Haftstrafe kann außerdem das Fahrzeug als "Tatwerkzeug" eingezogen werden.

Quelle: ntv.de, chr

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