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Studie im Agrarministerium Experten wollen Ende der Direktzahlungen

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Innerhalb von zehn Jahren wollen die Experten die Direktzahlungen auslaufen lassen.

(Foto: picture alliance / Carsten Rehde)

Der Posten für die Landwirtschaft ist einer der größten im EU-Haushalt. Und Brüssel will den deutschen Landwirten in der kommenden Förderperiode gern weniger zukommen lassen. Einen noch radikaleren Schritt fordern Experten im Agrarministerium.

Berater des Bundeslandwirtschaftsministeriums fordern ein grundlegendes Umsteuern bei der EU-Agrarfinanzierung. Das System werde den heutigen Herausforderungen bei Tierwohl, Umwelt- und Klimaschutz nicht gerecht, erklärten die Wissenschaftlichen Beiräte für Agrarpolitik und für Biodiversität.

Der Beirat für Agrarpolitik schlägt in einer neuen Stellungnahme vor, die bisherigen Direktzahlungen zur Einkommensstützung von Betrieben innerhalb von etwa zehn Jahren weitgehend abzuschaffen. Dringend entwickelt werden sollten Instrumente, um Gemeinwohlleistungen stärker zu honorieren.

Über die künftige EU-Agrarfinanzierung wird derzeit diskutiert. Nach einem Vorschlag der EU-Kommission sollen durch die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) für die deutschen Bauern von 2021 bis 2027 rund 41 Milliarden Euro bereitstehen. Im Finanzrahmen von 2014 bis 2020 sind derzeit rund 44,1 Milliarden Euro verfügbar. Insgesamt plant die EU-Kommission in der kommenden Haushaltsperiode insgesamt 365 Milliarden Euro für die GAP ein.

Ein großer Teil davon fließt in sogenannte Direktzahlungen aus Brüssel an Landwirte. Sie machen in Deutschland einen wesentlichen Teil der Einkommen der Bauern aus. Diese Subventionen sind flächenbezogen und sollen künftig ab Zahlungen von 60.000 Euro pro Jahr und Betrieb gekürzt und ab 100.000 Euro gekappt werden. Damit will die EU-Kommission mehr Gelder in kleine und mittlere Höfe zu Lasten größerer Betriebe lenken. Bundesagrarministerin Julia Klöckner hatte bereits gesagt, dass sie sich kaum vorstellen könne, dass Deutschland der Kappung zustimme.

Quelle: n-tv.de, jwu/dpa/rts

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