Politik

Schwerster Angriff seit 1956 Extremisten töten 14 tunesische Soldaten

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Im April verlegte die Armee Tausende zusätzliche Soldaten in das Chaambi-Gebirge nahe der algerischen Grenze.

(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Vor einem Jahr löst die Tötung mehrerer Soldaten durch islamistische Kämpfer in Tunesien eine schwere Krise aus. Nun ereignet sich erneut ein schwerer Angriff auf die Armee. Der Tod von 14 Soldaten stellt den größten Verlust des Militärs seit fast 60 Jahren dar.

In Tunesien sind bei einem Angriff radikaler Islamisten mindestens 14 Soldaten getötet worden. Die bislang folgenschwerste Attacke auf tunesische Sicherheitskräfte seit 1956 ereignete sich in der abgelegenen Chaambi-Gebirgsregion im Westen des Landes. Mit der Terrororganisation Al-Kaida verbündete Kämpfer hatten beim abendlichen Fastenbrechen während des Ramadan mehrere Kontrollposten mit Panzerfäusten und Sturmgewehren angegriffen, erklärte das Verteidigungsministerium. Mehr als 20 Soldaten seien bei der Gefechten nahe der algerischen Grenze verwundet worden.

Bei dem anschließenden Schusswechsel sei auch einer der Angreifer gestorben, hieß es weiter. Zu dem Angriff bekannte sich die extremistische Gruppe Ansar al-Scharia, wie das Nachrichtenportal Mosaique FM berichtete. Seit 2012 geht die tunesische Armee gegen die Islamisten in dem Gebiet vor. Erst im vergangenen April wurden Tausende zusätzliche Soldaten in das Gebirge verlegt, um die Extremisten endgültig zu vertreiben. Einige der Kämpfer hatten sich auf der Flucht vor der französischen Armee in Mali in die Berge zurückgezogen.

Letzte Attacke löste Krise aus

In Tunesien hatte der Arabische Frühling 2011 seinen Ausgang genommen. Das Land hat seit dem Sturz des langjährigen Machthabers Zine El Abidine Ben Ali in einem auf stabile demokratische Verhältnisse abzielenden Transformationsprozess mit dem Aufstieg radikaler Islamisten zu kämpfen.

Vor fast genau einem Jahr waren bei einem ähnlichen Angriff in derselben Region am Berg Chaambi acht tunesische Soldaten getötet worden, einige von ihnen wurden mit durchschnittenen Kehlen gefunden. Die Nachrichten von diesem Angriff und die Ermordung des Oppositionspolitikers Mohamed Brahmi wenige Tage zuvor lösten damals in Tunesien eine schwere politische Krise aus. Diese war erst im Januar mit der Verabschiedung einer neuen Verfassung zu Ende gegangen.

Quelle: n-tv.de, bwe/AFP/rts

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