Politik
Kapitän Marcus Weinberg (r.) beim Spiel des FC Bundestag gegen den FC Diabetologie im Juni 2017.
Kapitän Marcus Weinberg (r.) beim Spiel des FC Bundestag gegen den FC Diabetologie im Juni 2017.(Foto: imago/APP-Photo)
Donnerstag, 04. Januar 2018

Polit-Kicker ohne Rechtsaußen: FC Bundestag verzichtet auf AfD-Mitspieler

Viele Unternehmen stellen eine Betriebsmannschaft und auch das deutsche Parlament hat eine - den "FC Bundestag". Auf Spieler aus den Reihen der AfD will die Auswahl jedoch verzichten. Schließlich müsse man "gegen Rassismus überall Farbe bekennen".

Auch die Bundestagsabgeordneten spielen gern Fußball, aber möglichst ohne Parlamentarier von der rechtspopulistischen AfD: Sie sollten im FC Bundestag nicht mitkicken dürfen, forderte der Spieler und Parlamentarische Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, Dirk Wiese, in der "Saarbrücker Zeitung" laut Vorabmeldung. Gegen Rassismus müsse überall Farbe bekannt werden - "im Plenum, in den Ausschüssen und auf'm Platz". "Ich überlasse denen doch nicht den Fußballplatz", sagte Wiese der Zeitung.

Dem Bericht zufolge wollen offenbar mehrere AfD-Abgeordnete Mitglied der Mannschaft sein und mit anderen Parlamentariern gemeinsam gegen den Ball treten. Wiese zufolge ist die Diskussion darüber innerhalb des Teams noch nicht abgeschlossen. Der FC Bundestag stehe jedoch für Weltoffenheit und klare Werte.

Seit 1961 spielen Abgeordnete gemeinsam Fußball. Der FC Bundestag bestreitet bis zu 20 Begegnungen pro Jahr. Die parteipolitische Zugehörigkeit spielte bisher keine Rolle. Aktueller Kapitän ist der CDU-Politiker Marcus Weinberg.

Die Partien der Politikauswahl sind vorwiegend Benefizspiele. Der Erlös kommt beispielsweise Kranken, Behinderten oder sozial schwächeren Menschen zu. "Wir spielen für gute Zwecke, wir kicken international", sagte Wiese. Erst im Juni 2017 spielten die deutschen Parlamentarier gegen eine Auswahl des israelischen Knesset. Der FC Bundestag siegte mit 1:0 in Jerusalem.

Quelle: n-tv.de