Politik

Ein Skandal führt zum nächsten FPÖ versteckt Gold in Bauernhaus

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In der von der FPÖ als Bildungsinstitut genutzten Pension "Enzian" in Tirol lagerte die Partei Goldbarren.

(Foto: imago images / Eibner Europa)

Österreich rätselt über geheime Goldvorräte, die die FPÖ in einem Bauernhaus in Tirol versteckte. Die Geschichte ist an sich schon kurios genug. Aber den Rechtspopulisten gelingt damit auch das Kunststück, an ihre vorigen Skandale nahtlos anzuknüpfen.

Der Fund mehrerer Goldbarren in einem von der rechtspopulistischen FPÖ genutzten Bauernhaus in Tirol bringt die skandalumwitterte Partei in Erklärungsnot. Die liberalen Neos forderten "Transparenz" und beantragten eine Sondersitzung des Wiener Landtags. "Dass sich Politiker vor dem Weltuntergang fürchten und für Krisenzeiten in Osttirol Gold lagern, ist genauso skurril wie hinterfragenswert", teilten die Neos demnach mit.

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Das Wochenmagazin "Profil" hatte den heimlichen Goldbesitz der FPÖ aufgedeckt. Demnach fand die Polizei im Sommer in der Pension "Enzian" in dem bei Skifahrern und Wanderern beliebten Ort St. Jakob drei Kassetten mit Goldbarren. In dem ehemaligen Bauernhaus mit Blick auf die Tiroler Berge befindet sich ein "Bildungsinstitut" der FPÖ. Ihr geheimer "Goldschatz" sorgte für großen Wirbel in österreichischen Zeitungen und sozialen Netzwerken.

Welchen Wert das gefundene Gold hat, ist bislang nicht bekannt. Berichten zufolge hatten die Barren in den Kassetten ein Gewicht von je 500 Gramm. Jeder von ihnen hätte zum aktuellen Goldkurs einen Wert von mehr als 21.000 Euro. Die Goldbarren waren zufällig bei Ermittlungen zur sogenannten Casino-Affäre entdeckt worden. Den ehemaligen Regierungsparteien ÖVP und FPÖ werden Absprachen mit dem Glücksspielkonzern Novomatic vorgeworfen. Textnachrichten deuten stark darauf hin, dass einem FPÖ-Parteimitglied ein lukrativer Vorstandsposten angeboten wurde, möglicherweise im Gegenzug für Lizenzen, die Novomatic erteilt wurden.

Die Ermittlungen zur Casino-Affäre wiederum kamen durch den Ibiza-Skandal erst so richtig ins Rollen, im Laufe dessen das Mobiltelefon des ehemaligen FPÖ-Chefs Hans-Christian Strache beschlagnahmt wurde. So kommt eine Affäre zur anderen und so schließt sich auch der Kreis. Denn in dem Video, das die Skandalserie losgetreten hatte, erläuterte Strache unter anderem seine Investitionsphilosophie: Er lege einen Großteil seiner privaten und der FPÖ-Ersparnisse in Gold an, das man übrigens niemals zur Bank bringen dürfe. Man müsse es vielmehr "zu Hause einbetoniert haben".

"Alles ganz legal"

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Der Wiener FPÖ-Chef Dominik Nepp wies Vorwürfe zu einem möglichen Fehlverhalten seiner Partei zurück. "Hier ist alles ganz legal", sagte er. Die Partei habe das Gold während der Finanzkrise 2008 gekauft, um ihr Vermögen in wirtschaftlich turbulenten Zeiten zu schützen. Die Partei habe sich entschieden, die Barren privat zu verwahren, da Banken pleite gehen und dichtmachen könnten.

Die FPÖ wird immer wieder von Vorwürfen der illegalen Parteienfinanzierung umwittert. In einem 2015 erschienenen Buch über den langjährigen FPÖ-Chef Jörg Haider hatte ein früherer Vertrauter des Rechtspopulisten die Existenz einer geheimen Kasse in Liechtenstein enthüllt. Das Geld sollte demnach zur Finanzierung von politischen Aktivitäten Haiders verwendet werden. Im Mai setzte die Ibiza-Affäre um illegale Parteispenden der Beteiligung der FPÖ an der Regierung in Wien ein Ende.

Quelle: ntv.de, lwe/AFP