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Gesetzentwurf in Australien Facebook soll Terrorvideos schneller löschen

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Terroristen - wie hier der Attentäter von Christchurch - nutzen Soziale Medien verstärkt für die Verbreitung von Gewaltvideos und Propaganda.

(Foto: picture alliance/dpa)

Der Attentäter von Christchurch verbreitet den Terror live über Facebook. Auch Stunden später kursiert das Gewaltvideo noch auf der Plattform, Facebook reagiert zu langsam. Ein australisches Gesetz soll das künftig unter Haftstrafe stellen.

Australien plant nach dem Anschlag auf zwei Moscheen in Neuseeland schärfere Regeln für Soziale Netzwerke. In dem Vorschlag, den die Regierung in der kommenden Woche im Parlament vorlegen will, werden Haftstrafen von bis zu drei Jahren oder Strafzahlungen von bis zu zehn Prozent des Umsatzes angedroht, sollten Gewaltvideos und –fotos nicht schnell genug gelöscht werden. "Die großen Sozialen Netzwerke stehen in der Verantwortung, alles zu tun, damit ihre Technologie nicht von Terroristen ausgenutzt wird", erklärte Ministerpräsident Scott Morrison.

Die australische Regierung habe sich in den vergangenen Tagen mit Vertretern von Facebook und anderen Internetkonzernen getroffen, das Ergebnis der Gespräche sei aber nicht zufriedenstellend. "Sie haben keine schnellen Lösungen auf die Fragen aufgezeigt, die der Horror von Christchurch aufgeworfen hat", sagte der zuständige Minister Mitch Fifield.

Bei dem Anschlag in Christchurch waren am 15. März 50 Menschen ums Leben gekommen. Der Haupttäter, ein Australier, hatte den Angriff live auf Facebook gezeigt, was weltweit scharfe Kritik ausgelöst hatte. Australien will den Umgang mit Gewalt in Sozialen Netzwerken auch beim G20-Gipfel in Japan im Juni auf die Tagesordnung setzen.

Facebook verspricht Änderungen

Währenddessen kündigte Facebook an, seine Regeln für Live-Videos zu verschärfen. Viel Menschen hätten "zurecht hinterfragt, wie Online-Plattformen wie Facebook benutzt wurden, um schreckliche Videos der Angriffs zu verbreiten", erklärte Facebook-Managerin Sheryl Sandberg. So sollen künftig Nutzer von Facebook Live ausgeschlossen werden, die in der Vergangenheit gegen die Gemeinschaftsstandards des Netzwerkes verstoßen haben. Zudem investiert Facebook in Software, um schnell bearbeitete Versionen von Gewaltvideos oder -bildern zu erkennen.

"Als Folge des terroristischen Anschlags ergreifen wir drei Maßnahmen: Die Regeln für Facebook Live verschärfen, den Kampf gegen Hass auf seinen Plattformen verstärken und Neuseeland unterstützen", erklärte Sandberg, Nummer zwei im Facebook-Konzern.

Quelle: n-tv.de, lou/rts

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