Politik

"Unser Leben in München ist erledigt" Familie des Amokläufers wird bedroht

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Eine Pistole vom Typ "Glock 17". Mit einer Waffe gleichen Typs hatte der Amokläufer in München geschossen.

(Foto: dpa)

Der Amokläufer von München nimmt das Leben von neun Menschen. Nun äußert sich der Vater des Täter zum ersten Mal öffentlich. Seine Familie bekommt Morddrohungen.

Gut eine Woche nach dem Amoklauf von München hat sich der Vater des Täters erstmals zu Wort gemeldet und über Morddrohungen gegen ihn berichtet. "Mir geht es schlecht. Wir bekommen Morddrohungen. Meine Frau weint seit einer Woche. Unser Leben in München ist erledigt", sagte Masoud S. der "Bild am Sonntag".

Er gab an, dass er von den Plänen seines Sohnes keine Ahnung hatte. "Von einer Waffe habe ich nichts gewusst." Der 18-jährige Deutsch-Iraner hatte am 22. Juli neun Menschen und sich selbst erschossen. Die Opfer waren überwiegend Jugendliche. Anschließend erschoss er sich selbst. Die Pistole hatte er sich anscheinend im Darknet besorgt. S. war psychisch krank. Als ein mögliches Motiv für seinen Amoklauf gilt sein Gefühl, in der Schule gemobbt zu werden.

Der Vater berichtete weiter, dass sein Sohn ihm nie erzählt habe, wie er in der Schule gemobbt wurde. Vor vier Jahren habe er jedoch über einen Mitschüler davon erfahren. "Ich habe Ali von der Schule genommen und mit der Lehrerin gesprochen", sagte er. "Einige der mobbenden Mitschüler habe ich angezeigt." Doch seien die Ermittlungen eingestellt worden.

Der Amokläufer war nach den bisherigen Ermittlungen von dem rechtsextremen Attentäter Anders Behring Breivik aus Norwegen fasziniert. Seine meist muslimischen Opfer hatten Migrationshintergrund mit Wurzeln etwa in der Türkei oder dem Kosovo. Die Ermittler hatten zunächst aber vor allem auf psychische Probleme des Schülers verwiesen.

Quelle: n-tv.de, hul/dpa/AFP