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Wahlen fürs EU-Parlament Farage droht mit erneuter Kandidatur

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Nigel Farage will sich notfalls wieder ins Europaparlament wählen lassen.

(Foto: AP)

Seit Jahrzehnten bekämpft der ehemalige Ukip-Chef Farage die EU, fast ebenso lange sitzt er im EU-Parlament. Nun droht er seinen Landsleuten: Wird der Brexit hinausgeschoben, wird er wieder kandidieren.

Der ehemalige Chef der EU-feindlichen britischen Partei Ukip will im Falle einer Verschiebung des Brexits erneut für das Europaparlament kandidieren. Das teilte Nigel Farage per Twitter mit. Sollte der EU-Austritt Großbritanniens über die Wahl des EU-Parlaments Ende Mai hinaus verschoben werden, wolle er für die neu gegründete "Brexit Partei" antreten, erklärte Farage.

Er fügte hinzu: "Ich hoffe sehr, dass diese Aussicht sowohl von der Konservativen Partei als auch von der Labour-Partei als Bedrohung wahrgenommen wird." Es gebe nur einen Weg für die beiden großen britischen Parteien, ihn in den Ruhestand zu schicken, schrieb Farage in einem Gastbeitrag im "Daily Telegraph". "Alles, was sie tun müssen, ist einen anständigen Brexit abzuliefern."

Farage war Ende vergangenen Jahres aus der Ukip ausgetreten. Er begründete den Schritt mit einem Abgleiten der Partei in eine rechtsextreme und rassistische Richtung. Doch auch Farage war vorgeworfen worden, seine Brexit-Kampagne auf dem Rücken von Einwanderern und Flüchtlingen geführt zu haben.

Angeführt wird die Partei von der früheren Ukip-Funktionärin Catherine Blaiklock. Sie geht nach eigenen Worten davon aus, dass "tausende" Anhänger der Konservativen von Premierministerin Theresa May zu der neuen Formation überlaufen werden.

Die Ukip war seit dem Brexit-Votum der Briten und dem Rücktritt Farages als Parteichef im Jahr 2016 immer mehr in der Bedeutungslosigkeit versunken. Großbritannien wird die EU voraussichtlich am 29. März verlassen. Ob das Land im Falle einer Verschiebung des Austrittsdatums tatsächlich an der Wahl zum EU-Parlament teilnehmen wird, ist noch nicht geklärt.

Quelle: n-tv.de, ghö/dpa/rts

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