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Feuerpause greift nichtIsrael will Krieg gegen Hisbollah im Libanon fortsetzen

08.04.2026, 06:48 Uhr
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Israelische Soldaten besetzen derzeit Gebiete im Südlibanon. (Foto: REUTERS)

Trotz der Waffenruhe im Iran wird der Krieg zwischen Israel und der Hisbollah vorerst weitergehen. Die Vereinbarung umfasse nicht den Libanon, so Netanjahu. Damit widerspricht er dem Vermittler Pakistan.

Die zwischen Washington und Teheran vereinbarte zweiwöchige Feuerpause im Iran-Krieg gilt nach Angaben der israelischen Regierung nicht für den Libanon. Israel unterstütze zwar die Feuerpause im Iran, diese umfasse jedoch "nicht den Libanon", erklärte das Büro von Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu. Zuvor hatte der Vermittler Pakistan erklärt, die Feuerpause gelte für den gesamten Nahen Osten einschließlich des Libanon.

Netanjahus Büro erklärte zudem, Israel unterstütze die Bemühungen Washingtons, "sicherzustellen, dass der Iran keine atomare, Raketen- und Terrorbedrohung mehr für die USA, Israel, Irans arabische Nachbarn und die Welt darstellt". Washington und Teheran hatten kurz vor Ablauf des US-Ultimatums an den Iran einer zweiwöchigen Feuerpause zugestimmt.

US-Präsident Donald Trump verkündete die "beidseitige Waffenruhe" in seinem Onlinedienst Truth Social. Der Iran erklärte sich im Gegenzug bereit, die Straße von Hormus für vorerst zwei Wochen wieder zu öffnen. Ab Freitag sind in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad Gespräche zwischen Washington und Teheran geplant.

Der Libanon war Anfang März in den Iran-Krieg hineingezogen worden. Damals feuerte die vom Iran finanzierte Hisbollah-Miliz als Reaktion auf die Tötung des obersten iranischen Führers Ayatollah Ali Chamenei Raketen auf das Nachbarland ab.

In der Folge griff Israel zahlreiche Ziele im Libanon an und schickte Bodentruppen über die Grenze. Zum derzeitigen Zeitpunkt hätten die Soldaten ihre Posten "entlang der Verteidigungslinie gegen Panzerabwehrraketen" bezogen, erklärte die Armee am Dienstag. 

Ihre nun im Südlibanon stationierten Truppen seien "weiterhin in dem Gebiet im Einsatz, um die vordere Verteidigungsstellung zu stärken und Gefahren für die Bewohner und Gemeinden im Norden Israels zu beseitigen". Genaue geografische Einzelheiten wurden zunächst nicht genannt.

Laut israelischen Medienberichten ist es derzeit nicht vorgesehen, Soldaten weiter auf libanesisches Territorium vorrücken zu lassen als etwa 20 Kilometer nördlich der Grenze. Die Streitkräfte hätten die "Frontlinie" erreicht, die in den genehmigten Einsatzplänen festgelegt worden sei, berichtete die israelische Zeitung "Haaretz" unter Berufung auf Armeekreise. Diese Linie umfasst dem Bericht zufolge "südliche Dörfer, die etwa zehn Kilometer vom Litani-Fluss entfernt liegen - einem Gebiet, das unter israelischer Armeekontrolle steht".

Quelle: ntv.de, lme/AFP

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