Politik

Mehr als 70 Verstöße Feuerpause in der Ukraine sofort gebrochen

108365743.jpg

Diese ukrainischen Soldaten protestierten vor der russischen Botschaft in Kiew gegen den langjährigen Krieg.

(Foto: picture alliance/dpa)

Kurz vor Schulbeginn sollen im Osten der Ukraine eigentlich die Waffen schweigen. Doch eine vereinbarte Feuerpause hält nicht. In dem Kriegsgebiet wird wieder geschossen, Separatisten und Regierungssoldaten schieben sich gegenseitig die Schuld zu.

In der Ostukraine hat eine neue Waffenruhe vor dem Beginn des Schuljahres kein Ende der Kämpfe gebracht. Die vereinbarte Feuerpause um kurz nach Mitternacht Ortszeit zwischen den Regierungssoldaten und den Separatisten sei sofort gebrochen worden, bestätigten die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) und die Armee.

Positionen der Regierungseinheiten nordöstlich der Hafenstadt Mariupol seien in der Nacht mehrfach mit Maschinengewehren beschossen worden, teilte Armeesprecherin Viktoria Daniltschuk in Kiew mit. Schwere Waffen seien jedoch nicht eingesetzt worden. Die Donezker Aufständischen warfen der Regierungsseite Beschuss mit Maschinengewehren bei der Rebellenhochburg Horliwka vor. Im Einflussgebiet der Luhansker Separatisten habe die Feuerpause jedoch gehalten, teilten diese mit.

Die OSZE-Beobachter hätten jedoch mehr als 70 Verstöße festgestellt, teilte der Vizechef der OSZE-Mission, Alexander Hug, mit. Er forderte beide Seiten auf, die Kämpfe sofort einzustellen. Die Konfliktparteien hatten sich in der vergangenen Woche unter Vermittlung der OSZE in Minsk auf die Waffenruhe geeinigt. Bereits vor Beginn gab es kaum Hoffnung, dass die Feuerpause diesmal halten wird. In den vergangenen Jahren hatten Separatisten und Regierungssoldaten zu Anlässen wie Erntebeginn, Ostern oder Weihnachten mehrmals Waffenruhen vereinbart, diese scheiterten jedoch nach kurzer Zeit.

Friedensplan wird nicht umgesetzt

In der Ostukraine kämpfen seit 2014 prorussische Separatisten gegen Regierungstruppen. Seit Beginn der kriegerischen Auseinandersetzungen sind nach Angaben der Vereinten Nationen mehr als 10.000 Menschen getötet worden. Seit Anfang des Jahres verzeichneten die Regierungstruppen rund 70 Tote und mehr als 400 Verwundete. Der OSZE zufolge wurden zudem mehr als 30 Zivilisten getötet und 130 verletzt.

Berlin, Paris, Moskau und Kiew hatten 2015 einen Friedensplan in Minsk ausgehandelt, der als ersten Schritt einen dauerhaften Waffenstillstand vorsieht. Dessen Umsetzung steckt aber seit langem in einer Sackgasse.

Quelle: n-tv.de, fzö/dpa

Mehr zum Thema