Politik

Doppelt so viele Grenzübertritte Finnland verschärft Einreiseregeln für Russen

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Die Einreise von Russland nach Finnland wird künftig nur noch in wenigen Fällen möglich sein.

(Foto: picture alliance/dpa/Lehtikuva)

Die Teilmobilisierung in Russland treibt viele junge Männer über die Grenzen - auch in das EU-Land Finnland. Helsinki will dem nun einen Riegel vorschieben: Touristische Reisen sind bald nicht mehr möglich, Einreisen per Schengen-Visum unterliegen dann ebenfalls strengeren Regeln.

Finnland will die Einreise ins Land für Russen deutlich beschränken. Russischen Staatsbürgern werde es nicht mehr möglich sein, "aus touristischen Gründen" einzureisen, sagte der finnische Außenminister Pekka Haavisto. Ins Land würden russische Bürger nur noch dann kommen können, wenn es "einen anderen Grund" für eine Einreise gebe.

Finnland hatte bereits zum 1. September die Einreisebestimmungen für Russen verschärft. Menschen mit einem Visum für den gesamten Schengen-Raum wurden aber weiter ins Land gelassen. Für sie sollen bald ebenfalls schärfere Regeln gelten. Zum Schengen-Raum gehören 22 EU-Länder sowie die Schweiz und drei weitere Staaten.

Mit der Verschärfung der Einreisebestimmungen positioniert Finnland sich an der Seite der anderen vier EU-Staaten, die direkt an Russland angrenzen: In den baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen sowie in Polen galten bereits ähnlich strenge Regeln. Nach dem entsprechenden Beschluss der Regierung könne die Regel "sehr schnell" in Kraft treten, sagte Haavisto. Er nannte jedoch kein genaues Datum.

Nach der vom russischen Präsidenten Wladimir Putin am Mittwoch angekündigten Teilmobilmachung der Streitkräfte hatte sich die Zahl der Einreisen russischer Staatsbürger nach Finnland verdoppelt. So reisten am Donnerstag über 6.000 Menschen ein, in der Vorwoche waren es noch 3.000 gewesen.

Am Freitag informierte auch die an Russland grenzende zentralasiatische Ex-Sowjetrepublik Kasachstan über vermehrte Einreisen aus Russland. Zuvor hatten etwa auch die Ex-Sowjetrepubliken Armenien und Georgien im Südkaukasus über massenhafte Einreisen gesprochen. Flüge sind über Tage ausgebucht und mit mehreren Tausend Euro so teuer, dass es sich viele schlicht nicht leisten können. Die Ziele in früheren Sowjetrepubliken sind besonders beliebt, weil Russen dort kein Visum brauchen. Außerdem ist die russische Sprache verbreitet. Auch die Türkei ist ein Ziel für Kriegsdienstverweigerer.

Quelle: ntv.de, jog/AFP/dpa

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