Politik

Deutliche Kritik am Kreml Kasachstan will geflüchtete Russen aufnehmen

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Der kasachische Präsident Tokajew will für die Sicherheit der fliehenden Russen sorgen.

(Foto: IMAGO/Pacific Press Agency)

Eigentlich ist der kasachische Präsident Tokajew ein Verbündeter des Kreml. Russen, die vor der Teilmobilmachung fliehen, heißt Tokajew nun allerdings in seinem Land willkommen. Dabei richtet er auch scharfe Worte an Moskau.

Der kasachische Präsident Kassym-Schomart Tokajew hat den vor der russischen Teilmobilmachung nach Kasachstan fliehenden Russen Schutz zugesichert. "In den vergangenen Tagen sind viele Leute aus Russland zu uns gekommen. Die meisten sind aufgrund einer ausweglosen Situation gezwungen, fortzugehen", erklärte Tokajew. "Wir müssen uns um sie kümmern, für ihre Sicherheit sorgen." Es handele sich um eine "politische und humanitäre Frage", sagte er.

Eigentlich ein Verbündeter Moskaus, ist der kasachische Staatschef seit der russischen Offensive in der Ukraine auf Distanz zu Moskau gegangen. Erneut verurteilte Tokajew den Konflikt. "Die territoriale Integrität eines Staates muss unveräußerlich sein, das ist ein Schlüsselprinzip", sagte er. "In unserer unmittelbaren Nachbarschaft findet gerade ein Krieg großen Ausmaßes statt. Wir müssen uns daran erinnern und vor allem an unsere Sicherheit denken", sagte Tokajew weiter.

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Der russische Präsident Wladimir Putin hatte die Teilmobilmachung mehrerer hunderttausend Reservisten für den Konflikt in der Ukraine vergangene Woche bekannt gegeben. Das hatte Proteste entfacht sowie einen Ansturm russischer Männer auf die Grenzen. Unter Berufung auf Zahlen des kasachischen Innenministeriums berichtete die Nachrichtenagentur RIA Nowosti, rund 98.000 Russen seien seit der Bekanntgabe der Teilmobilmachung eingereist. Etwas mehr als 64.000 hätten das Land verlassen.

Auch in Georgien stieg die Zahl der Einreisen deutlich an: Nach der Teilmobilmachung überquerten etwa doppelt so viele Russen wie zuvor die Grenze zum Nachbarland. "Vor vier oder fünf Tagen kamen täglich 5000 bis 6000 Russen in Georgien an", sagte der georgische Innenminister Wachtang Gomelauri in Tiflis. Mittlerweile sei diese Zahl auf "10.000 pro Tag" gewachsen.

Quelle: ntv.de, mbu/AFP

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