Politik

AfD-Chef in Rheinland-Pfalz "Flügel"-Kritiker Junge kündigt Rückzug an

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Junge machte auch gesundheitliche Gründe für seinen Rückzug geltend.

(Foto: dpa)

Er war einer der stärksten Kritiker des rechtsextremen "Flügels" innerhalb der AfD: Uwe Junge. Nun kündigt der rheinland-pfälzische Landesvorsitzende seinen Rückzug an.

Der Vorsitzende der AfD-Fraktion im rheinland-pfälzischen Landtag, Uwe Junge, hat das Ende seiner politischen Karriere angekündigt. Auch aus gesundheitlichen Gründen habe er sich entschlossen, nicht mehr für den Landtag in Mainz zu kandidieren, hieß es in einer Mitteilung der Fraktion vom Abend. Nach Ablauf dieser Legislaturperiode 2021 werde er in den Ruhestand gehen, kündigte der 62-Jährige an. In Rheinland-Pfalz wird am 14. März kommenden Jahres ein neuer Landtag gewählt.

Junge war 2013 AfD-Mitglied geworden. 2015 wurde er Vorsitzender der rheinland-pfälzischen AfD und blieb dies bis November 2019. Den angestrebten Sprung in den Bundesvorstand der AfD verpasste Junge. Junge hatte sich mehrfach deutlich von Björn Höcke, dem thüringischen AfD-Partei- und Fraktionschef und Wortführer des rechtsnationalen "Flügels" in der Partei, distanziert.

Mitte März hatte er gemeinsam mit anderen Spitzenfunktionären westlicher AfD-Landesverbände den Bundesvorstand der Partei aufgefordert, dem vom Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuften "Flügel" Einhalt zu gebieten. Dabei ging es nicht nur um die Einstufung des "Flügels", sondern auch um eine umstrittene Rede Höckes bei einem "Flügel"-Treffen und einen Bericht des "Spiegel" über eine frühere Mitgliedschaft des Brandenburger AfD-Chefs Andreas Kalbitz in der "Heimattreuen Deutschen Jugend" (HDJ), die dieser bestreitet.

Junge verlangte "eine harte Ordnungsmaßnahme gegen Höcke und die Löschung der Mitgliedschaft von Kalbitz wegen falscher bzw. lückenhafter Angaben bei Eintritt". Der Bundesvorstand forderte den "Flügel" kurz darauf zur Selbstauflösung auf, Höcke und Kalbitz kündigten an, dem nachzukommen. Thüringens Verfassungsschutzchef Stephan Kramer etwa sieht in der angekündigten Auflösung "eine Nebelkerze".

Quelle: ntv.de, vpe/dpa