Politik

Kennzeichnung von Lebensmitteln Foodwatch verklagt Ernährungsministerium

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Der Nutri-Score kennzeichnet den Nährwert eines Lebensmittels in fünf Stufen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Verbraucherorganisation Foodwatch will die Herausgabe von bestimmten Studienergebnissen zur Kennzeichnung von Lebensmitteln erzwingen und wählt dafür einen drastischen Schritt: Sie verklagt das Ernährungsministerium der Bundesregierung.

In der Debatte um neue Kennzeichnungen für Zucker, Fett und Salz in Lebensmitteln geht die Verbraucherorganisation Foodwatch juristisch gegen das Bundesernährungsministerium vor. Mit einer Klage beim Verwaltungsgericht Köln soll die Herausgabe von Studienmaterial durchgesetzt werden, wie Foodwatch in Berlin mitteilte. Nur durch eine Offenlegung der wissenschaftlichen Beratungsgrundlagen sei es der Öffentlichkeit möglich, die sachlichen Gründe politischer Entscheidungen nachzuvollziehen, argumentierte die Organisation.

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Die Lebensmittelampel auf einer Cornflakespackung.

(Foto: imago/Reporters)

Bei dem Streit geht es um eine Analyse verschiedener Nährwert-Logos, die das bundeseigene Max-Rubner-Institut für Ernährungsforschung im Frühjahr vorgelegt hatte. Foodwatch kritisiert, das Ministerium halte eine seit Herbst 2018 vorliegende "Original-Studie" zurück, die dem aus Frankreich stammenden Ampelsystem Nutri-Score "ein positives Zeugnis ausstelle". Beim Nutri-Score gibt eine fünfstufige Farb- und Buchstabenskala Auskunft über den Nährwert eines Lebensmittels.

Ernährungsministerin Julia Klöckner erklärte, das Ministerium wolle selbst ein Modell erarbeiten, das den Nährwertgehalt "gegebenenfalls vereinfacht visualisiert". Die CDU-Politikerin räumte ein, dass die Auswahl jedoch noch weiterer Klärung bedarf, da laut einer Analyse alle bestehenden Systeme Vor- und Nachteile hätten - auch der Nutri-Score.

Foodwatch macht sich wie andere Verbraucherschützer und die SPD für Nutri-Score stark. Das Ministerium hat zur Frage eines künftigen Logos eine Befragung begonnen, bei der vier Modelle bewertet werden - darunter Nutri-Score. Ein Ergebnis soll Ende September vorliegen.

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Quelle: n-tv.de, joh/dpa

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