Politik
AfD-Spitze: Alexander Gauland (links) und Jörg Meuthen.
AfD-Spitze: Alexander Gauland (links) und Jörg Meuthen.(Foto: dpa)
Samstag, 13. Januar 2018

Symbolisches "Weiter so": Forscher: Große Koalition könnte AfD nützen

Eine Neuauflage der GroKo dürfte Unzufriedene weiter bestärken, glaubt Rechtspopulismus-Forscher Quent. Dies dürfte der AfD in die Karten spielen, weil sie Sympathisanten stärker an sich binden könne. Allerdings kämen auf die "Alternative" andere Probleme zu.

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Die AfD könnte dem Rechtspopulismus-Forscher Matthias Quent zufolge von einer Neuauflage des Regierungsbündnisses aus CDU, CSU und SPD profitieren. "Die große Koalition steht symbolisch für ein 'Weiter so' und dürfte vor allem Unzufriedene, die sich davon nicht vertreten fühlen, bestätigen und festigen", sagte der Direktor des Instituts für Demokratie und Gesellschaft in Jena dem "Handelsblatt".

Daher werde ein solches Regierungsbündnis unter Kanzlerin Angela Merkel wohl dazu beitragen, die Bindung der Sympathisanten an die AfD zu stärken. "Zudem ist bisher kein konkreter Impuls wahrzunehmen, wie die Parteien die große Zahl der parteifernen, aber noch nicht mit dem Rechtsradikalismus liebäugelnden Nichtwähler ansprechen wollen." Es sei zu befürchten, dass dies der AfD als größte Oppositionspartei am besten gelingen könne.

Quent sieht aber auch auf die AfD Herausforderungen zukommen. Mit ihrem Einzug in den Bundestag habe sie zwar "die Repräsentationslücke des latent vorhandenen autoritären, demokratiefernen, national-chauvinistischen und zumindest in Teilen rechtsextremen Teils der Bevölkerung geschlossen". Allerdings sei die AfD nun Teil des politischen Establishments. "Bei den kommenden Wahlen wird es die programmatisch zwischen Marktextremismus und Sozialpopulismus gespaltene Partei schwerer haben, sich als Underdog und Vertreter des einfachen Bürgers zu inszenieren", ergänzte der Experte.

Quelle: n-tv.de