Politik

Ausgangssperre gegen Corona? Frankreich schließt nichts mehr aus

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Bars sind in Paris und anderen Städten bereits geschlossen. Nun könnte eine nächtliche Ausgangssperre folgen.

(Foto: REUTERS)

Im Frühjahr müssen die Franzosen einen harten Lockdown aushalten. Nun explodieren die Infektionszahlen wieder, insbesondere in Paris verbreitet sich das Virus in Hochgeschwindigkeit. Mit Spannung erwartet das Land, welche Maßnahmen Präsident Macron am Abend verkünden wird.

Frankreich erwartet mit Blick auf ein TV-Interview mit Präsident Emmanuel Macron strengere Maßnahmen im Kampf gegen Corona. "Alles ist vorstellbar. (...) Nichts wird ausgeschlossen", sagte die Beigeordnete Ministerin im Innenministerium, Marlène Schiappa, am Dienstag auf die Frage nach einer möglichen abendlichen Ausgangssperre dem Sender LCI. Es gebe viele Menschen, die sich an die aktuellen Maßnahmen hielten, aber das reiche nicht. Es lägen daher durchaus andere Maßnahmen auf dem Tisch, die regional in Betracht kämen.

Wie die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf das Umfeld des Präsidenten berichtete, könnte der 42-Jährige eine nächtliche Ausgangssperre für Ballungszentren wie Paris ankündigen. Macron will sich am Abend in einem Interview im französischen Fernsehen äußern. Die Corona-Lage im Land verschlechtert sich seit Wochen. Frankreich mit seinen rund 67 Mio. Einwohnern hatte am Samstag annähernd 27.000 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden gemeldet - ein Rekord.

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In Metropolen gilt höchste Warnstufe

In zahlreichen französischen Metropolen, darunter Paris und Lyon, gilt die höchste Corona-Warnstufe. Bars sind geschlossen, in Restaurants gelten strengere Hygienemaßnahmen. Die Internationale Landwirtschaftsmesse wurde für kommendes Jahr wegen der Pandemie abgesagt, wie die Organisatoren am Abend bekanntgaben. Die Großveranstaltung war vom 27. Februar bis zum 7. März in Paris geplant. Beim Salon d'Agriculture traten schon viele französische Staatspräsidenten auf.

Besonders im Großraum Paris ist die Lage sehr angespannt. Dem Chef der regionalen Gesundheitsbehörde zufolge, Aurélien Rousseau, sind dort 17 Prozent der auf das Coronavirus getesteten Menschen positiv. Unter den jungen Menschen haben sich rund 800 Menschen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen mit dem Virus infiziert.

In der Vergangenheit wurde immer wieder betont, dass generelle landesweite Ausgangsbeschränkungen, wie es sie im Frühjahr gegeben hatte, vermieden werden sollen. In Frankreich waren die Regeln damals sehr streng, die Menschen durften nur mit Formular vor die Tür. Der Bewegungsradius und die Zeit an der frischen Luft waren begrenzt, Parks und Strände waren geschlossen. Angesichts von nunmehr fast 33.000 Corona-Todesopfern scheinen drastische Maßnahmen nun wieder lokal begrenzt vorstellbar.

Quelle: ntv.de, ino/dpa