Politik

Reaktoren bleiben am Netz Frankreich verlängert AKW-Laufzeit

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Dampierre südlich von Paris: Das Kraftwerk ist seit den frühen 1980er Jahren in Betrieb - und wird es wohl noch eine Weile bleiben.

(Foto: REUTERS)

Ein Großteil der französischen Energieversorgung stammt aus der Atomkraft. Einige der ältesten Reaktoren haben ihre gesetzliche Laufzeit von 40 Jahren eigentlich überschritten. Nun macht die Regierung den Weg für einen weiteren Betrieb frei. Reparatur-Maßnahmen sollen dabei Unfällen vorbeugen.

Die Laufzeit der ältesten französischen Atomreaktoren kann unter Auflagen von 40 auf 50 Jahre verlängert werden. Das geht aus einer Stellungnahme der französischen Atomaufsicht Autorité de sûreté nucléaire hervor, die in Paris veröffentlicht wurde. Zur Bedingung machte die Behörde eine Reihe von Reparaturen, um Nuklearunfälle bei den 32 ältesten Reaktoren zu verhindern.

Von diesen Alt-Reaktoren haben nach Angaben von Greenpeace bereits 13 das Höchstalter von 40 Jahren überschritten, das die mehrheitlich staatliche Betreibergesellschaft Electricité de France ursprünglich vorgesehen hatte. Die französische Regierung hatte den Weg für die Laufzeit-Verlängerung im April 2020 frei gemacht. Frankreich bezieht rund 70 Prozent seines Stroms aus der Atomkraft, das ist der höchste Anteil weltweit.

Die Verlängerung betrifft unter anderen das Atomkraftwerk Bugey östlich von Lyon, das seit Ende der 70er Jahre in Betrieb ist. Betroffen sind auch die Reaktoren in Dampierre südlich von Paris und Tricastin nördlich von Avignon, die seit Anfang der 80er Jahre Strom produzieren.

Frankreich hatte sein ältestes Atomkraftwerk in Fessenheim am Oberrhein unweit von Freiburg im Breisgau im Juni des vergangenen Jahres endgültig abgeschaltet. Deutschland und die Schweiz hatten wegen zahlreicher Pannen jahrelang darauf gedrungen.

Quelle: ntv.de, mdi/AFP