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Antisemitischer Vorfall in Wien Frau greift Rabbiner mit Messer an

Ein Mann trägt in einer Synagoge eine Kippa. Foto: Fredrik Von Erichsen/dpa/Symbolbild

Die Frau riss dem Rabbiner die Kippa vom Kopf.

(Foto: Fredrik Von Erichsen/dpa/Symbolbild)

In der Wiener Innenstadt geht am Donnerstagnachmittag eine Frau mit einem Messer auf einen Rabbiner los. Der Mann bleibt unverletzt - doch der Schock sitzt tief. Denn keiner der umstehenden Passanten habe ihm geholfen, sagt er. So kann die Täterin unerkannt flüchten.

In Wien ist ein offenkundig antisemitisch motivierter Angriff auf einen Rabbi verübt worden. Eine Frau habe den Mann mit einem Messer bedroht, ihm die Kippa vom Kopf gerissen und dabei judenfeindliche Parolen geschrien, berichtete die österreichische Nachrichtenagentur APA unter Berufung auf das Innenministerium. Nach der Tat am Donnerstag sei die Täterin geflüchtet.

Verletzt wurde demnach niemand. Informationen, wonach die Frau den Rabbiner auch getreten habe, bestätigte die Polizei nicht. Laut dem Nachrichtenportal "OE24" gab der Mann bei seiner Befragung aber an, dass umstehende Passanten weggeschaut hätten, anstatt ihm zu helfen.

Bundeskanzler Sebastian Kurz meldete sich via Twitter zu Wort: "Ich verurteile den heutigen antisemitischen Angriff auf einen Rabbi in Wien auf das Allerschärfste. Wir müssen den Antisemitismus mit aller Entschiedenheit bekämpfen und alles dafür tun, um jüdisches Leben hier in Österreich in Sicherheit zu ermöglichen. Denn Europa ohne Juden ist nicht mehr Europa."

Innenminister Karl Nehammer sagte, der Angriff sei "eine Attacke auf das jüdische Leben in Wien". Neben dem bereits angeordneten stärkeren Schutz von Synagogen würden "alle Maßnahmen getroffen, um diesen offensichtlich antisemitisch motivierten Angriff rasch aufzuklären. Es gibt keine Toleranz bei Antisemitismus - egal ob dieser politisch oder religiös motiviert ist", sagte Nehammer.

Erst vor drei Wochen hatte es in der österreichischen Hauptstadt einen terroristischen Anschlag in der Nähe einer Synagoge gegeben, bei dem vier Menschen ums Leben kamen. Der Attentäter, ein Anhänger des Islamischen Staates (IS), verletzte zudem 23 Menschen schwer. Er wurde von Polizisten erschossen.

Quelle: ntv.de, jug/dpa