Halbes Jahr auf hoher SeeFregatte "Sachsen" bricht zu Nato-Einsatz im Nordatlantik auf

Die Nato schützt mit mehreren Schiffen die Nord- und Ostsee sowie den Nordatlantik. Jetzt stößt ein deutsches Schiff zur Mission hinzu. Rund 250 Soldaten sind an Bord der "Sachsen" - genauso wie Sensoren, Radare, Raketen und andere Geschosse.
Inmitten der Spannungen zwischen den USA und Dänemark um Grönland ist die deutsche Fregatte "Sachsen" zu einem Nato-Einsatz in Nord- und Ostsee sowie im Nordatlantik aufgebrochen. Das Kriegsschiff mit knapp 250 Soldatinnen und Soldaten an Bord verließ am Nachmittag seinen Heimathafen Wilhelmshaven, wie eine Sprecherin der Marine sagte. Am Pier des Marinestützpunktes verabschiedeten Familien, Freunde und Kameraden die Besatzung.
Die "Sachsen" wird sich der sogenannten Standing Nato Maritime Group 1 (kurz SNMG 1) anschließen, einem der maritimen Einsatzverbände des Militärbündnisses. "Der Kernauftrag der 'Sachsen' in der SNMG 1 wird die Kontrolle und der Schutz strategischer Seewege sowie der Schutz kritischer Infrastruktur im Nordatlantik, in der Nordsee und in der Ostsee sein", sagte Kommandant Wolfgang Eckmüller laut einer Mitteilung der Marine.
Der Marineverband "Standing Nato Maritime Group 1" besteht nach Angaben der Bundeswehr in der Regel aus mehreren Zerstörern und Fregatten sowie einem Versorgungsschiff von Flotten nahezu aller Mitgliedstaaten der Nato.
"Sachsen" mit speziellem Radar
Während die "Sachsen" Richtung Nordatlantik aufbricht, spitzt sich der Streit um Grönland zwischen den Nato-Partnern USA und Dänemark zu. US-Präsident Donald Trump hatte in den vergangenen Tagen bekräftigt, die USA bräuchten die Insel im Nordatlantik für die nationale Sicherheit. Dänemark hat den US-Anspruch auf Grönland entschieden zurückgewiesen und dafür auch die Unterstützung anderer europäischer Länder bekommen.
Die Fregatten der sogenannten Sachsen-Klasse sind speziell für den Geleitschutz und die Seeraumkontrolle konzipiert. Die 143 Meter lange "Sachsen" ist wie ihre Schwesterschiffe mit einem speziellen Radar ausgerüstet, das nach Angaben der Bundeswehr einen Luftraum von der Größe der gesamten Nordsee überwachen kann. Außerdem haben diese Fregatten Flugabwehrraketen an Bord.
Auf der "Sachsen" sind neben der Stammbesatzung auch Soldaten des Marinefliegergeschwaders aus Nordholz sowie eine Zahnarztgruppe an Bord. Die "Sachsen" löst in dem Nato-Verband die Fregatte "Hamburg" ab. Die Besatzung der "Hamburg" war kurz vor Weihnachten nach rund einem halben Jahr Seereise zurück nach Wilhelmshaven gekommen. Die "Sachsen" wird Mitte Juli in ihrem Heimathafen zurückerwartet.