Politik

Treffen in Venezuela Friedensgespräche für Kolumbien starten neu

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Kolumbiens Präsident Petro hatte zum Jahreswechsel eine Waffenruhe mit zahlreichen bewaffneten Gruppen verkündet. ELN, die größte von ihnen, hatte diese jedoch dementiert.

(Foto: picture alliance / AA)

Die vermeintliche Waffenruhe in Kolumbien lässt zunächst Hoffnung auf Frieden keimen, doch die Guerilla-Gruppe ELN widerspricht. Nun wird es aber dennoch Gespräche mit der Regierung geben.

Die Regierung Kolumbiens und die Guerilla-Gruppe ELN treffen sich nach beiderseitigen Verstimmungen in der kommenden Woche erneut zu Friedensgesprächen. Kolumbiens Regierungsdelegation begrüße die "Gastfreundschaft Venezuelas", das am Mittwoch ein "außerordentliches Treffen mit der ELN-Delegation ausrichten werde", erklärte der offizielle Verhandlungsführer Otty Patiño am Samstag (Ortszeit) vor Journalisten. Die ELN bestätigte das Treffen auf Twitter.

Zum Jahreswechsel hatte die kolumbianische Regierung um Präsident Gustavo Petro zunächst eine Waffenruhe mit der ELN bekannt gegeben - welche die Rebellengruppe allerdings kurz darauf dementierte.

Im Mittelpunkt der nun anberaumten Gespräche in der venezolanischen Hauptstadt werde unter anderem eine Einstellung der Feindseligkeiten stehen, erklärte Verhandlungsführer Patiño. "Mitte Februar" solle zudem ein weiteres Treffen stattfinden, diesmal in Mexiko.

Diesmal bestätigt auch die ELN

Auf Twitter bestätigte die ELN das Datum des Treffens und die Wiederaufnahme der Verhandlungen. Ziel des Dialogs werde sein, einen Ausweg aus der "Krise" zu finden, die durch Petros einseitige Erklärung einer Waffenruhe entstanden sei. Zudem werde es um die "harmonische Fortsetzung der zweiten Runde" der Friedensgespräche gehen.

Präsident Gustavo Petro - selbst ein früherer Guerillero - hatte am Silvestertag verkündet, mit den fünf größten bewaffneten Gruppen des Landes einen sechsmonatigen Waffenstillstand vereinbart zu haben. Neben der ELN nannte er als Beteiligte unter anderem Dissidenten der aufgelösten linksgerichteten Rebellenorganisation FARC und den bewaffneten Arm einer Drogenbande. Die ELN bestritt jedoch am 3. Januar die Existenz des Waffenstillstands - woraufhin die kolumbianische Regierung ihn mit Blick auf die Gruppe aussetzte.

2016 hatte die größte kolumbianische Guerillaorganisation FARC ein Friedensabkommen mit der Regierung unterzeichnet. Seither ist die Gruppe Ejército de Liberación Nacional (Nationale Befreiungsarmee, ELN), die 1964 von Anhängern des argentinisch-kubanischen Revolutionärs Ernesto "Che" Guevara gegründet worden war, die stärkste verbliebene Rebellenorganisation in Kolumbien.

Petro war im vergangenen Jahr zum ersten linksgerichteten Staatschef des Landes gewählt worden. Seine Regierung hat sich einen "totalen Frieden" im Land zum Ziel gesetzt. Im November nahm sie daher die von Petros Vorgänger Iván Duque ausgesetzten Friedensverhandlungen wieder auf.

Quelle: ntv.de, als/AFP

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