Politik

Verlierer Cruz und Sanders Fünf Fakten zur New-York-Wahl

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Ausgerechnet in Manhattan, wo Trump lebt und arbeitet, unterlag er John Kasich.

(Foto: imago/UPI Photo)

Donald Trump und Hillary Clinton gewinnen in New York. Die Vorwahlen bringen jedoch nicht nur das, was viele prophezeit hatten, sondern auch einige Überraschungen.

Die Schlacht ist geschlagen, New York hat gewählt. Die Sieger der Vorwahlen heißen Donald Trump und Hillary Clinton, die beiden Favoriten vergrößern damit den Abstand auf ihre Konkurrenten im Kampf um die US-Präsidentschaftskandidatur. Im Sommer nominieren Republikaner und Demokraten ihre Kandidaten. Fünf interessante Fakten zur Wahl in New York und ihren Konsequenzen:

1. Trump hat einen furiosen Sieg eingefahren. 60,5 Prozent erhielt der Milliardär in seiner Heimatstadt. Nach Bekanntgabe der Ergebnisse ließ er sich von seinen Anhängern feiern. Doch zumindest eine Sache wird den 69-Jährigen gar nicht erfreut haben. Ausgerechnet im Stadtteil Manhattan, wo Trump lebt und arbeitet, wo sich auch der Trump Tower befindet, unterlag er gegen John Kasich.

2. Wichtig ist der Triumph in New York auch deshalb für Trump, weil es ihm gelang, seinen schärfsten Konkurrenten Ted Cruz auszuschalten. Trump gewann 89 der insgesamt 92 Delegierten. Cruz, der zweitplatzierte im Rennen der Republikaner, konnte im Ostküstenstaat keinen einzigen Delegierten gewinnen, obwohl er jede Stimme braucht. Damit ist er der größte Verlierer. Theoretisch kann Cruz Trump zwar noch überholen. Laut einer Rechnung müsste er jedoch 88,5 Prozent der bei den restlichen Vorwahlen verbleibenden Delegierten gewinnen – das ist höchst unwahrscheinlich. Trump kämpft inzwischen also nicht mehr gegen Cruz oder Kasich, sondern um die magische 1237. So viele Delegiertenstimmen braucht er nämlich für die Nominierung zum Präsidentschaftskandidaten der Grand Old Party. Verfehlt er diese Marke, könnte ihm eine Kampfabstimmung beim Parteitag im Juli in Cleveland nicht erspart bleiben - mit ungewissem Ausgang.

3. Bernie Sanders, in Brooklyn geboren, hat den Heimvorteil nicht genutzt. Umso bitterer für ihn: Der US-Sender CBS veröffentlichte nach der Wahl eine Karte der Wahlbezirke des Bundesstaates New York, gelb eingefärbt sind die Bezirke die Sanders gewann, blau die von Clinton. Die Karte ist komplett gelb mit einigen wenigen blauen Tupfern. Sanders schnitt zwar im ganzen Bundesstaat besser ab als Clinton, doch die frühere Außenministerin gewann in New York City. Dort leben mehr als 8 der insgesamt knapp 20 Millionen Menschen im Bundesstaat. Deshalb reichte es für Clinton zum Sieg. Das liegt auch daran, dass sie sich bei Wählern unter 45 Jahren, bei denen sie seit Monaten schlecht abschneidet, deutlich verbessern konnte.

4. In landesweiten Umfragen konnte Sanders in den vergangenen Wochen den Rückstand zu Clinton deutlich verkürzen. In den jüngsten Erhebungen von NBC News und Fox News liegt Clinton nur zwei Prozent vor "The Bern". Clinton führt demnach 50 zu 48 Prozent (NBC) beziehungsweise 48 zu 46 Prozent (Fox). Vor allem im Norden und Nordwesten der USA ist Sanders beliebt. Der 74-Jährige, der 16 der bisher 35 Vorwahlen gewann, dürfte in den kommenden Wochen weitere Siege einfahren. Aber Clinton wird die Nominierung nicht mehr zu nehmen sein. In den verbleibenden Staaten mit hoher Delegiertenzahl liegt sie in Umfragen vorn, ihr Vorsprung ist zu groß. "Mathematik ist Mathematik", schreibt die Washington Post dazu.

5. Dennoch hat Clinton ein Problem: Sie ist unbeliebt. Von allen demokratischen Wählern würden sie laut einer CBS-Umfrage im November nur 64 Prozent auf jeden Fall wählen. 20 Prozent geben an, Clinton vielleicht ihre Stimme zu geben, 14 Prozent sogar gar nicht. Drei von zehn Sanders-Anhängern wollen sie definitiv nicht wählen. Clinton bleiben jedoch noch einige Monate, auch ihre Skeptiker zu überzeugen.

Quelle: ntv.de