Politik

AHA-Regeln gelten weiterhin Für Geimpfte soll Testpflicht entfallen

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Nie wieder das Stäbchen bis zum Anschlag in die Nase stecken? Für vollständig geimpfte Menschen könnte da bald schon wahr werden.

(Foto: picture alliance / CHROMORANGE)

Unkomplizierteres Einkaufen, leichteres Reisen - alles ohne Corona-Test. Spahn stellt Menschen mit voller Corona-Impfung Lockerungen in Aussicht. So könnten Geimpfte nach Reisen einer Quarantäne entgehen. Abstand halten, Hygiene beachten und Maske tragen müssten sie allerdings weiterhin.

Wer den vollen Corona-Impfschutz hat, soll künftig voraussichtlich im Alltag und bei Reisen weitgehend auf Corona-Tests verzichten können. Personen mit vollständigem Impfschutz könnten so behandelt werden wie Menschen, die über ein tagesaktuell negatives Testergebnis verfügten, heißt es in einer Empfehlung des Bundesgesundheitsministeriums. Das Thema solle bei der Ministerpräsidentenkonferenz in der kommenden Woche auf der Tagesordnung stehen, hieß es.

Den Empfehlungen zufolge soll bei Flugreisen aus dem Ausland alternativ zum derzeit verlangten negativen Testergebnis auch ein Nachweis vorgelegt werden können, dass man mindestens 14 Tage vorher die Gabe der zweiten Impfdosis mit einem in der EU zugelassenen Impfstoff erhalten hat. Auch bei Reisen aus Risiko- oder Hochinzidenzgebieten soll die Testpflicht der Empfehlung gemäß für entsprechend Geimpfte entfallen. Bei der Einreise aus Virusvariantengebieten soll es hingegen bei der Testpflicht bleiben, da bei manchen Varianten der Impfschutz kleiner ist.

Landesregelungen zum Öffnen einzelner Bereiche des öffentlichen Lebens in Regionen mit niedrigen Inzidenzen sollten alternativ zum geforderten tagesaktuellen negativen Test auch den Nachweis einer Zweitimpfung vorsehen, heißt es in den Empfehlungen weiter. Wer vollen Impfschutz hat, solle zudem von Quarantänemaßnahmen ausgenommen werden, so lange man keine Krankheitssymptome hat. Das Robert Koch-Institut werde seine Quarantäne-Empfehlungen bis zum Ende der Woche anpassen.

Noch kein Impfeffekt auf das Infektionsgeschehen

Ausnahmen von der Quarantänepflicht soll es der Vorlage zufolge nicht für geimpfte Patientinnen und Patienten in Kliniken und nicht für Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeeinrichtungen geben, "um Restrisiken einer Weitergabe von Infektionen in diesen sensiblen Bereichen zu minimieren".

In beiden Fällen - negativ getestet oder vollständig geimpft - sei von einem "deutlich reduzierten Ansteckungsrisiko" auszugehen. "Die Impfung oder der tagesaktuelle Test geben zusätzliche, aber keine hundertprozentige Sicherheit", so die Empfehlung des Bundes an die Länder. Geimpfte und negativ Getestete müssten daher auch weiter Abstand halten, Hygiene beachten und Masken tragen.

Justizministerin Christine Lambrecht befürwortete Erleichterungen für Geimpfte, wenn es vom Infektionsschutz her unproblematisch ist. Lambrecht hatte der "Bild"-Zeitung gesagt: "Wenn jetzt wissenschaftlich belegt wird, dass von Geimpften keine höhere Gefahr für andere ausgeht als von negativ getesteten Personen, entfällt eine wichtige Begründung für die Einschränkung ihrer Grundrechte."

Ein Impfeffekt auf das Infektionsgeschehen insgesamt ist allerdings noch nicht in Sicht, wie die Frankfurter Virologin Sandra Ciesek im NDR-Podcast zum Coronavirus gesagt hatte. Wichtig sei zudem: Nach der ersten Impfung gebe es zunächst eine "gefährliche Phase", da sich Antikörper erst entwickeln müssten, wie Ciesek über Leichtsinn bei jenen sagte, die glaubten, nach der Impfung sofort geschützt zu sein. 13 Prozent der Menschen in Deutschland haben nach Angaben von Mittwoch mindestens eine Erstimpfung - 5,6 Prozent sind vollständig geimpft.

Quelle: ntv.de, hny/dpa