Politik

Suding im "ntv Frühstart" "Für mehr Impfstoff bei Herrn Biden anrufen"

Die FDP ist enttäuscht, dass es beim Impftempo nicht vorangeht. Parteivize Katja Suding fordert, die Bundesregierung müsse für mehr Impfstoff Druck beim US-Präsidenten machen. Und sie macht sich Sorgen um die Schüler.

FDP-Vize Katja Suding erwartet von Kanzlerin und Bundesregierung mehr Engagement zur Beschaffung von Impfstoff. "Es gibt auch in anderen Ländern, wie beispielsweise den USA, Reserven. Da würde ich mal bei Herrn Biden anrufen und sagen, dass wir ein bisschen Impfstoff hierher bekommen", sagte Suding im "ntv Frühstart". US-Präsident Joe Biden setzt bislang darauf, den meisten in den USA hergestellten Impfstoff im Land zu behalten.

Suding forderte, Deutschland müsse "konsequent schneller impfen". Die FDP habe Vorschläge gemacht, wie der vorhandene Impfstoff über digitale Tools an die Menschen gebracht werden könnte, die ihn bräuchten. "Wir müssen erst mal das, was in unseren Regalen liegt, auch verimpfen. Davon sind wir weit entfernt", so Suding. "Es gibt ganz viele Stellschrauben, die man jetzt angehen muss. Dazu gehört aber ein politischer Wille."

Ähnlich sieht die stellvertretende FDP-Vorsitzende die Lage bei den Corona-Schnelltests. "Die wachsen nicht auf dem Acker. Ich muss nicht Monate warten, bis sie endlich reif sind. In einem Industrieland kann ich die produzieren lassen." Als Vorbilder für den Einsatz von Schnelltests nannte sie die Städte Tübingen und Rostock. "Ich bin enttäuscht, dass auf der Ministerpräsidentenkonferenz nicht darüber beraten wurde, wie man solche guten Konzepte auch in die Fläche bringt."

Suding ließ zudem Zweifel am Sinn der Ministerpräsidentenkonferenz erkennen. "So brauchen wir sie nicht. Ein Jahr nach Beginn der Pandemie muss mehr dabei rauskommen als das Land runterfahren und abschließen zu wollen." Statt über eine Strategie aus Testen, Impfen und digitaler Kontaktnachverfolgung zu sprechen, habe die Bund-Länder-Runde den Gründonnerstag als Einkaufstag gestrichen und damit Ansteckungsgefahren in vollen Supermärkten verursacht. "Das zeigt ja die ganze Kopflosigkeit der Entscheidungen, die da offenbar mitten in der Nacht aus dem Blauen heraus getroffen wurden."

Luftfiltergeräte und Schnelltests für Schulen

Für die Schulen in Deutschland forderte die Hamburger FDP-Politikerin mehr Tempo bei der Anschaffung von mobilen Luftfiltergeräten und Schnelltests. Es brauche regelmäßig solche Tests. "Es gibt Länder wie Österreich, die machen uns das vor. Da klappt das reibungslos."

Sie wandte sich gegen Schulschließungen, räumte aber ein, dass in besonderen Infektionslagen Präsenzunterricht so gut wie unmöglich sei. Guter digitaler Unterricht sei aber noch immer nicht sichergestellt. "In keinem dieser Felder wurde seit einem Jahr wirklich gearbeitet. Das wird auf dem Rücken unserer Schülerinnen und Schüler ausgetragen, die Bildungslücken haben, die sie wahrscheinlich nie wieder aufholen werden."

Kinder litten außerdem unter Vereinsamung, zudem gebe es Fälle von häuslicher Gewalt. Sie könnten sich kaum Hilfe holen, weil das öffentliche Leben heruntergefahren sei. "Deswegen müssen wir darauf einen Fokus setzen und viel mehr tun in den Schulen." Deutschland brauche unter anderem mehr Schulsozialarbeiter und mehr Therapieplätze.

Quelle: ntv.de, psc

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