Politik

Neues Sturmgewehr gesucht G36 hat Dienstende erreicht

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(Foto: picture alliance / dpa)

Häufiger Gebrauch vermindert die Leistung: Für das Standard-Gewehr der Bundeswehr bedeutet dies das Aus. Zehntausende Waffen müssen ausgetauscht werden. Europaweit sucht das Ministerium nun einen Nachfolger.

Nun ist es amtlich: Die Bundeswehr trennt sich von ihrem Standard-Gewehr. Das Verteidungsministerium muss nun Zehntausende neue Waffen für die Soldaten beschaffen. Der entsprechende Auftrag wird europaweit ausgeschrieben. "Wir haben uns im Einvernehmen mit der militärischen Führung für einen klaren Schnitt entschieden", erklärte Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen.

"Nach fast 20 Jahren G36 wollen wir eine neue Generation Sturmgewehr für die Bundeswehr beschaffen", erklärte die CDU-Politikerin. "Das neue System soll auch modernere Anforderungen erfüllen als ein punktuell verbessertes G36. Dazu wird es ein offenes und transparentes Ausschreibungsverfahren geben."

Das Sturmgewehr G36 war vor einigen Monaten in die Schlagzeilen geraten. Nach jahrelanger Kritik und diversen teils widersprüchlichen Gutachten hatte von der Leyen Ende März massive Probleme bei der Treffsicherheit des G36 eingeräumt.  Die G36-Gewehre überhitzen bei hohen Außentemperaturen oder vielen Schüssen hintereinander und treffen dann nicht mehr genau.  Offen war aber noch, ob die 167 000 Waffen ausgemustert oder nachgerüstet werden.

Erste Exemplare nicht vor 2019

Wie viele Gewehre angeschafft werden, ist noch unklar. Im Verteidigungsministerium wird erwartet, dass die ersten Exemplare nicht vor 2019 ausgeliefert werden. Für die Übergangsphase sollen die Präzisionsprobleme in erhitztem Zustand und bei Dauerfeuer durch die Anschaffung von 600 Sturmgewehren anderen Typs (G27P) und 600 leichten Maschinengewehren (MG4) für die Soldaten ausgeglichen werden.

Offenbar ist das G36 jedoch nicht die einzige Pannen-Waffe der Bundeswehr: Probleme bereitet auch neue Maschinengewehr MG5. Die ursprünglich ab Juni geplante Auslieferung der ersten Gewehre sei wegen Unregelmäßigkeiten auf das kommende Jahr verschoben worden, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums am Wochenende.

Beide Modelle werden von der deutschen Firma Heckler & Koch hergestellt. Das MG5 soll das neue Standard-Maschinengewehr der Bundeswehr werden. Als Kosten wurden rund 200 Millionen Euro veranschlagt. Bereits im Mai hatte es Berichte über Präzisionsmängel beim MG5 gegeben.

Quelle: ntv.de, jwu/dpa/AFP

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