Politik

Tarifstreit bei der Bahn GDL-Chef droht mit längeren Streiks als 2015

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Einen konkreten Termin für den angekündigten Arbeitskampf nannte die GDL bisher noch nicht.

(Foto: picture alliance / Fotostand)

Die Gewerkschaft der Lokführer kündigt einen harten und langen Streik an und gibt der Deutschen Bahn die Schuld. Laut GDL-Chef Weselsky haben die Bahnmitarbeiter die Nase voll von einer Geschäftsführung, die nur an sich denkt. Für die Fahrgäste könnte der Arbeitskampf in den Ferien zur Unzeit kommen.

Im Tarifstreit bei der Deutschen Bahn drohen nach Angaben der Lokführergewerkschaft GDL längere Streiks als beim bislang letzten großen Arbeitskampf 2015. "Die Streiks werden härter und länger als in der Vergangenheit, falls die Bahn aus Sicht der Gewerkschaft kein ausreichendes Angebot vorlegt", sagt GDL-Chef Claus Weselsky dem Nachrichtenportal "t-online.de". Wann die Streiks beginnen könnten, lässt Weselsky weiter offen.

"Ich kann Streiks in den Sommerferien nicht ausschließen", sagt der GDL-Chef. "Das kann nur die Bahn", fügt er hinzu. "Sie muss ein Angebot auf den Tisch legen, das es verdient, verhandelt zu werden", fordert Weselsky. Es liege allein an der Bahn, Arbeitskampfmaßnahmen zu verhindern. "Kommt kein Angebot, gehen wir in den Ausstand, sodass die Kunden der Bahn massive Einschränkungen spüren werden."

Schampus für die Manager

Aus Sicht der Fahrgäste komme ein Arbeitskampf immer zur Unzeit, sagt Weselsky mit Blick auf die Sommerferien. "Die Frage ist also nicht, ob der Streik nach der Pandemie kommt oder mitten in der Urlaubszeit, sondern ob die Bahn so einen Tarifstreit heraufbeschwören muss." Die Bahn habe zwar in der Virus-Krise Verluste gemacht. "Aber wir zweifeln sehr wohl an, dass der Eisenbahner dafür den Kopf hinhalten soll", sagt der GDL-Chef. "Dem kleinen Mann soll nun in die Tasche gegriffen werden, damit die Manager weiter Schampus trinken können." Die Bahn müsse anders Geld sparen.

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Eine Bahn-Sprecherin sagte, das Unternehmen sei bereit, "sofort an den Verhandlungstisch zu kommen und eine Lösung zu finden". Eine Einigung bleibe möglich und sei "eigentlich zum Greifen nahe". "Alles, was es für eine Lösung und weitere Verhandlungen braucht, liegt auf dem Tisch", sagte die Sprecherin weiter. Die Bahn habe fundierte Angebote gemacht. Weitere Bewegung könne es nur am Verhandlungstisch geben. Beide Seiten hatten sich zuletzt gegenseitig für ein Scheitern der Tarifverhandlungen verantwortlich gemacht. Die GDL fordert Lohnerhöhungen wie im öffentlichen Dienst von rund 3,2 Prozent. Nach Lesart der Bahn summieren sich die gesamten Forderungen der Lokführer aber auf etwa das Dreifache davon.

2015 hatte vom 9. bis zum 14. Mai der bislang längste Ausstand in der Geschichte der Deutschen Bahn stattgefunden: Die Lokführer streikten damals 138 Stunden im Güterverkehr, Fahrgäste waren 127 Stunden lang betroffen.

Quelle: ntv.de, sbl/AFP/rts

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