Politik
Sigmar Gabriel hat als SPD-Chef erstes Zugriffsrecht auf die Kandidatur.
Sigmar Gabriel hat als SPD-Chef erstes Zugriffsrecht auf die Kandidatur.(Foto: dpa)
Dienstag, 10. Januar 2017

Kanzlerkandidatur von SPD-Chef?: Gabriel hält Urwahl für unnötig

Drei mögliche Kanzlerkandidaten sind bei den Sozialdemokraten im Gespräch - Olaf Scholz, Martin Schulz und Parteichef Gabriel. Eine Urwahl hält SPD-Chef Gabriel dennoch derzeit für unnötig.

Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel sieht keine Notwendigkeit für eine Urwahl des Kanzlerkandidaten seiner Partei. Er habe zwar die Möglichkeit einer Urwahl durch die SPD-Mitglieder stets befürwortet und in die Satzung schreiben lassen, sagte Gabriel den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland.

"Ein Mitgliederentscheid setzt aber voraus, dass es ernsthafte Gegner gibt, also zwei, drei Leute, die sagen: 'Auf keinen Fall darf es der oder die andere werden! Ich bin besser!'" Wenn dies nicht so sei, wirke das Verfahren unglaubwürdig.

K-Frage wird am 29. Januar aufgelöst

Die engere Parteiführung der SPD will bei einem Treffen in Düsseldorf über die Strategie für das Wahljahr 2017 beraten. Nach Angaben der Bundespartei soll dabei keine Entscheidung fallen, wer als Kanzlerkandidat ins Rennen geht. Das will die SPD bei einer Klausur am 29. Januar in Berlin bekanntgeben. 

Den ersten Zugriff auf die Kanzlerkandidatur hat der Parteivorsitzende Gabriel. Würde er verzichten, stünde der in Umfragen wesentlich beliebtere Noch-EU-Parlamentspräsident Martin Schulz als Kandidat zur Verfügung.

In der vergangenen Woche hatte ein Mitglied der Parteiführung gesagt: "An Sigmar Gabriel als Kanzlerkandidat führt kein Weg mehr vorbei." Ein anderer Spitzengenosse bezeichnete die Wahrscheinlichkeit als "sehr, sehr, sehr hoch, dass Gabriel Kanzlerkandidat wird".

In Umfragen liegt die SPD mit 20 bis 22 Prozent deutlich unter ihrem Wahlergebnis von 25,7 Prozent aus dem Jahr 2013. Bei der Union reichen die Umfragewerte von 32 bis 38 Prozent.

Quelle: n-tv.de