Politik

"Sehr persönliche Gründe" Gabriel kehrt Bundestag den Rücken

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Ein viel beschäftigter Mann: Sigmar Gabriel.

(Foto: imago images / Metodi Popow)

In der aktiven Karriere des Politikers Sigmar Gabriel endet ein weiteres Kapitel. Nach gut eineinhalb Jahrzehnten verabschiedet sich der inzwischen 60-Jährige aus dem deutschen Parlament. Seine anderen Aufgaben ließen eine ordentliche Abgeordnetentätigkeit nicht mehr zu.

Der frühere SPD-Parteichef Sigmar Gabriel wird sein Bundestagsmandat zum 1. November abgeben. Das hat er in einem Schreiben an Freunde und Weggefährten angekündigt. "Wenn ich jetzt nach etwas mehr als der Hälfte der Legislaturperiode schon ausscheide, hat das sehr persönliche Gründe", schreibt der ehemalige Außenminister, der für den Wahlkreis Salzgitter-Wolfenbüttel im Bundestag sitzt.

"Für mich war das Heranrücken des etwas 'magisch' wirkenden 60. Geburtstages schon seit längerem Anlass, über meine weitere politische und berufliche Tätigkeit nachzudenken." Gabriel feierte Mitte September seinen 60. Geburtstag. Zwei Lehraufträge an den Universitäten Bonn und Harvard, die Arbeit als Redner und das Ehrenamt als Vorsitzender der Atlantik-Brücke beschäftigten und beanspruchten ihn zunehmend. "Beides - das Abgeordnetenmandat und diese neuen Aufgaben - parallel wahrzunehmen, halte ich nicht für vertretbar."

Gabriel war von 1999 bis 2003 Ministerpräsident des Landes Niedersachsen. Seit 2005 sitzt er im Bundestag. Im selben Jahr trat er das Amt des Bundesumweltministers an, das er bis 2009 inne hatte. Von 2013 bis 2017 war er Bundeswirtschaftsminister und übernahm anschließend bis März 2018 das Außenamt. Von 2009 bis 2017 führte er die SPD.

Quelle: ntv.de, jwu/dpa