Politik
Martin Schulz hat auf die Entschuldigungs-SMS von Sigmar Gabriel offenbar nicht geantwortet.
Martin Schulz hat auf die Entschuldigungs-SMS von Sigmar Gabriel offenbar nicht geantwortet.(Foto: REUTERS)
Mittwoch, 14. Februar 2018

"Mann mit Haaren im Gesicht": Gabriel schickte Reue-SMS an Schulz

Als Sigmar Gabriel davon erfährt, dass Martin Schulz das Außenamt von ihm übernehmen soll, reagiert er mit einer flapsigen Bemerkung. Die SPD ist um eine Querele reicher. Mittlerweile hat sich Gabriel bei seinem Ex-Parteichef offiziell entschuldigt - auf zweierlei Wegen.

Bundesaußenminister Sigmar Gabriel hat sich bei dem bisherigen Parteichef Martin Schulz wegen seiner umstrittenen Äußerung zu dessen Aussehen doppelt entschuldigt. Er habe Schulz deswegen zunächst eine SMS geschickt, auf die dieser allerdings nicht reagiert habe, sagte Gabriel "Die Zeit". Am Dienstag habe er sich dann bei einer Begegnung in der SPD-Zentrale in Berlin aber auch noch einmal persönlich entschuldigt. "Wir verstehen beide, wo unsere gegenseitigen Verletzungen liegen und dass alles menschlich ist, wir sind schließlich keine Polit-Maschinen", so Gabriel.

Video

Gabriel war nach Abschluss der Koalitionsverhandlungen mit der Union hart mit der SPD-Führung ins Gericht gegangen, nachdem diese ihn nicht mehr als Außenminister in einer neuen Regierung vorgesehen hatte. Mit Blick auf Schulz zitierte Gabriel dabei seine Tochter, die ihn mit den Worten getröstet habe: "Papa, jetzt hast du doch mehr Zeit mit uns. Das ist doch besser als mit dem Mann mit den Haaren im Gesicht." Diese Äußerung hatte in der SPD für Empörung gesorgt. Gabriel sagte nun der "Zeit", er habe sich vor allem geärgert, dass er über die Entscheidung zur Besetzung des Chefpostens im Auswärtigen Amt erst aus den Medien erfahren habe.

Gabriel erklärte aber, dass er nicht um jeden Preis Außenminister bleiben wolle. "Jeder Parteivorstand hat das Recht, Ministerposten neu zu besetzen", sagte er. Grund zu grollen oder zu jammern gebe es dabei nicht. Da bleibe nur, "zum Abschied leise Servus zu sagen".

Nach der ursprünglichen Entscheidung der Parteispitze hatte Schulz Außenminister werden sollen. Da es auch daran innerparteiliche Kritik gab, verzichtete er allerdings. Wer nun das Auswärtige Amt leiten wird, ist noch offen.

Quelle: n-tv.de