Politik

Tumultartige Szenen in Sachsen Gauck wird beschimpft und attackiert

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"Das Pack grüßt Gauck" heißt es auf einem Plakat.

(Foto: dpa)

Eigentlich soll es ein schöner Tag im sächsischen Sebnitz werden: 250 Aktivfreunde treffen sich, um den 116. Deutschen Wandertag zu feiern. Auch Bundespräsident Gauck kommt - und wird von Demonstranten lautstark und aggressiv empfangen.

Bundespräsident Joachim Gauck ist bei einem Besuch im sächsischen Sebnitz massiv beschimpft und beleidigt worden. Das Staatsoberhaupt wurde von einer Menge mit aggressiven Sprechchören wie "Hau ab" und "Volksverräter" in der Stadt empfangen. Zudem soll er mit verschiedenen kleineren Gegenständen beworfen worden sein.

Demonstranten zeigten den Mittelfinger oder trugen Fahnen mit der Aufschrift "Das Pack grüßt Gauck". Der Präsident hatte die Stadt wegen des 116. Deutschen Wandertages besucht. Bereits im März war Gauck bei einem Besuch im sächsischen Bautzen beschimpft und beleidigt worden. Damals hatte er mit Bürgern über die Flüchtlingskrise diskutiert. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundesjustizminister Heiko Maas haben bereits in Sachsen ähnliche Fälle von aggressiver Stimmung erlebt.

Polizei setzt Reizgas ein

Augenzeugenberichten zufolge soll es in Sebnitz in der Sächsischen Schweiz zwischen den Anhängern und Gegnern von Gauck zu tumultartigen Szenen gekommen sein. Ein Besucher wurde an den Augen behandelt, weil er Reizgas abbekommen hatte. Nach Informationen der "Bild"-Zeitung habe dieser Mann eine Werbebroschüre nach Gauck geworfen. Als die Beamten seine Personalien feststellen wollten, kam es zu einem Handgemenge mit weiteren Personen. Dabei wurde das Reizgas eingesetzt.

Die Polizei in Dresden, die den Präsidenten abschirmen musste, sprach von einem normalen Einsatz. Insgesamt 30 Personen sollen den Präsidenten "verbal attackiert" haben. Eine Person sei in Gewahrsam genommen worden und habe Widerstand geleistet. Dennoch hätten 250 Menschen auf dem Wanderfest friedlich gefeiert.

Eine Sprecherin Gaucks bestätigte, dass es sehr heftig verbale Angriffe auf den Präsidenten gegeben habe. "Das war nicht schön." Der Präsident habe es zur Kenntnis genommen und freundlichen Menschen die Hand gereicht. Bundesjustizminister Heiko Maas hat die Verbalattacken auf Bundespräsident Joachim Gauck in Sachsen als "erschreckend und verstörend" bezeichnet. "Wer so agiert wie die Störer von Sebnitz und anderswo, hat jegliches Interesse an einer sachlichen Auseinandersetzung verloren", sagte Maas. "Da geht es nur noch um gezielte Provokation und persönlichen Frustabbau." Klar sei: Wer dabei die strafrechtlichen Grenzen der Meinungsfreiheit überschreite, müsse mit entsprechenden Konsequenzen rechnen.

Quelle: n-tv.de, hla/dpa

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