Politik

Rechnung an Finck gestellt Gauweiler soll elf Millionen Euro kassiert haben

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Peter Gauweiler war sieben Jahre lang CSU-Abgeordneter im Bundestag.

(Foto: picture alliance/dpa)

Der CSU-Politiker Peter Gauweiler soll einem Medienbericht zufolge dem Milliardär August von Finck elf Millionen Euro an Beraterhonoraren in Rechnung gestellt haben. Brisant: Die letzte Rechnung sei zeitgleich mit seinem Ausscheiden aus dem Bundestag gestellt worden.

Der CSU-Politiker und Rechtsanwalt Peter Gauweiler hat während seiner Zeit als Bundestagsabgeordneter Rechnungen in Höhe von elf Millionen Euro an den Milliardär August von Finck geschickt. Das belegen Recherchen der "Süddeutschen Zeitung". Gauweiler habe als Anwalt regelmäßig Beratungshonorare bei Finck abgerechnet, schreibt das Blatt. Auch die Kosten für Gutachten von Professoren habe sich Gauweiler von Finck erstatten lassen. Insgesamt waren es demnach rund elf Millionen Euro, zusammen mit den erstatteten Gutachterkosten sogar mehr als zwölf.

Die Zeitung rechnet vor, Gauweiler habe Finck vierteljährlich 416.500 Euro für "Beratungsleistungen" in Rechnung gestellt. Die jährlichen Rechnungen beliefen sich damit auf 1,785 Millionen Euro, inklusive Mehrwertsteuer. Sieben Jahre lang habe Gauweiler regelmäßig Rechnungen an Finck geschickt. Die letzte erfolgte laut Bericht, als er Ende März 2015 aus dem Bundestag ausgeschieden ist.

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Zudem habe sich der frühere stellvertretende CSU-Vorsitzende Gauweiler 2012 die finanzielle Unterstützung Fincks bei der Klage gegen die Rettungsschirme für Griechenland und den Euro vor dem Bundesverfassungsgericht gesichert. Für ein Gutachten des bekannten Ökonomen Hans-Werner Sinn für diese Klage habe Gauweiler nach Angaben der Zeitung fast 60.000 Euro bezahlt. Finck, ein bekannter Euroskeptiker, hatte diese Rechnung dann erstattet - und laut SZ nicht nur in diesem Fall.

Das Vermögen des 91-jährigen Fincks, der heute in der Schweiz lebt, wird inzwischen auf 8,3 Milliarden US-Dollar geschätzt. Der Milliardär ist bekannt für seine großen Spenden an die FDP. Im Jahr 2013 geriet Finck in die Schlagzeilen, weil der Verdacht bestand, er würde die AfD finanziell unterstützen.

Quelle: ntv.de, cls

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