Politik

Islamisten sind "sehr kreativ" Generalbundesanwalt warnt vor Bio-Waffen

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Man müsse sich auf die Bedrohung durch Bio-Kampfstoffe einstellen, mahnt der Generalbundesanwalt.

(Foto: dpa)

Terroristen loten laut deutschen Sicherheitsbehörden immer neue Wege aus, um Anschläge zu verüben. Der Generalbundesanwalt warnt nach dem Rizin-Fund in Köln auch vor der Gefahr durch Bio-Kampfstoffe. Die Behörden seien darauf bereits eingestellt.

Nach dem Fund von hochgiftigem Rizin und der Festnahme eines Islamisten in Köln hat Generalbundesanwalt Peter Frank vor der Gefahr durch Anschläge mit biologischen Kampfstoffen gewarnt. "Wir müssen uns davon verabschieden, dass terroristische Straftaten immer nach dem gleichen Muster erfolgen", sagte Frank in den ARD-"Tagesthemen" am Mittwochabend.

Der verhaftete Tunesier soll einen Anschlag mit einer Biobombe geplant haben und mit den Vorbereitungen weit fortgeschritten gewesen sein. Sicherheitsbehörden beobachten laut dem Generalbundesanwalt schon seit einiger Zeit, dass Anschläge auf unterschiedliche Art und Weise begangen werden könnten. Terroristen seien "insoweit sehr kreativ und versuchen, asymmetrisch alle möglichen Szenarien auszutesten".

Dazu gehöre auch eine Bedrohung mit biologischen Kampfstoffen. "Darauf müssen wir uns einstellen und ich denke, dass sich die Sicherheitsbehörden darauf auch eingestellt haben." Laut nordrhein-westfälischem Verfassungsschutz ist der Inlandsgeheimdienst dem 29-jährigen Sief Allah H. auch dank ausländischer Nachrichtendienste auf die Spur gekommen.

US-Geheimdienst gab wohl Hinweis

Behördenleiter Burkhard Freier sagte im WDR 5-"Morgenecho", das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) habe den Tunesier nach Hinweisen aus der Bevölkerung und von anderen Behörden, auch ausländischer Nachrichtendienste, ins Visier genommen. Der Fall sei dann rechtzeitig an die Polizei abgegeben worden, die am 12. Juni mit Festnahme und Durchsuchung der Kölner Hochhauswohnung zum richtigen Zeitpunkt zugegriffen habe.

Auf die Frage nach der Rolle des amerikanischen Geheimdienstes, der wohl den zentralen Hinweis auf größere Internet-Bestellungen von Rizinussamen gab, sagte Freier: "Das Auswerten des Internets mit technischen Möglichkeiten - da sind die ausländischen Nachrichtendienste ein Stück weiter als die deutschen Nachrichtendienste." Das Durchforsten des Netzes allein reiche allerdings nicht, wesentlich seien Kenntnisgewinne zur Person.

Laut Bundesanwaltschaft soll Sief Allah H. biologische Waffen - das hochtoxische Biogift Rizin - hergestellt und Kontakt zu "Personen aus dem radikal-islamistischen Spektrum" gehabt haben. In seiner Wohnung waren große Mengen Rizinussamen, daraus hergestelltes Rizin-Gift und Utensilien für einen Sprengsatz sichergestellt worden.

Quelle: ntv.de, kst/dpa

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