Politik

Wikileaks-Gründer sitzt fest Gericht bestätigt Haftbefehl gegen Assange

imago78722533h.jpg

Der fünfeinhalbjährige Aufenthalt in der equadorianischen Botschaft kommt nach Ansicht der Anwälte von Julian Assange einer Gefängnisstrafe gleich.

(Foto: imago/Xinhua)

Nach über fünf Jahren in der ecuadorianischen Botschaft in London hofft Julian Assange auf Freiheit in Großbritannien. Die aber verweigert ihm ein Londoner Gericht. Seine Gesundheit verschlechtere sich dramatisch, schreiben seine Anwälte.

Die britische Justiz erhält den Haftbefehl gegen den Wikileaks-Gründer Julian Assange aufrecht. Ein Gericht in London lehnte einen Antrag der Anwälte von Assange ab, den Haftbefehl aufzuheben. Assange hält sich seit 2012 in der ecuadorianischen Botschaft in London auf und fürchtet, bei einem Verlassen des Gebäudes festgenommen und an die USA ausgeliefert zu werden.

In ihrem Antrag schrieben Assanges Anwälte, dass sein fünfeinhalbjähriger Botschaftsaufenthalt in der britischen Hauptstadt "einer Gefängnisstrafe gleichkommt". Ohne Sonnenlicht und ausreichende medizinische Versorgung habe sich der gesundheitliche und psychische Zustand Assanges in den vergangenen Jahren gefährlich verschlechtert. Er leide unter Zahnschmerzen, einer steifen Schulter und Depressionen. Dies überzeugte Richterin Emma Arbuthnot nach eigenen Angaben aber nicht.

Assange war 2012 in die equadorianische Botschaft in London geflohen, um einer Auslieferung an Schweden wegen Vergewaltigungsvorwürfen zu entgehen. Er hatte Angst, von Schweden aus an die USA überstellt zu werden, wo ihm ein Prozess wegen Geheimnisverrats und womöglich sogar die Todesstrafe droht.

Streitpunkt Botschaftsaufenthalt

Die Stockholmer Staatsanwaltschaft legte den Fall vergangenes Jahr zu den Akten. Allerdings besteht nach wie vor ein britischer Haftbefehl, weil Assange 2010 gegen Bewährungsauflagen verstoßen haben soll, indem er in die Botschaft flüchtete. Diesen Vorwurf sahen Assanges Anwälte mit dem Ende der Ermittlungen in Schweden als überholt an.

Die Vereinigten Staaten machen Assange dafür verantwortlich, dass über seine Wikileaks-Plattform brisante US-Dokumente aus den Kriegen in Afghanistan und im Irak veröffentlicht worden sind. Kritiker halten ihn für einen Selbstdarsteller, der Menschenleben gefährdet habe. Seine Anhänger sehen in ihm einen Aufklärer.

Im US-Präsidentschaftswahlkampf 2016 veröffentlichte Wikileaks von Hackern gestohlene E-Mails der Demokratischen Partei. Dies schadete Hillary Clinton, die später Donald Trump unterlag. Zeitweise wurde Assange im Botschaftsasyl der Internetzugang gekappt.

Quelle: ntv.de, fhe/AFP/dpa

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen