Politik

Iran-Krieg für Trump wichtigerGespräche zwischen Ukraine, USA und Russland ausgesetzt

18.03.2026, 20:39 Uhr
00:00 / 03:11
Auf-diesem-vom-Pressebuero-des-Nationalen-Sicherheits-und-Verteidigungsrates-der-Ukraine-zur-Verfuegung-gestellten-Foto-nimmt-die-US-Delegation-Delegation-an-der-naechsten-Runde-der-trilateralen-Gespraeche-zwischen-den-USA-der-Ukraine-und-Russland-ueber-den-Krieg-zwischen-Russland-und-der-Ukraine-teil
In Genf sind die trilateralen Gespräche am 18. Februar nach nur zwei Stunden geendet. (Foto: picture alliance/dpa/Ukrainian National Security and Defense Council press office/AP)

Die von den USA vermittelten Friedensgespräche mit Russland und der Ukraine enden vor einem Monat ohne Ergebnisse. Eigentlich sollen die trilateralen Gespräche bereits Anfang März weitergehen. Doch nun liegen sie offenbar auf Eis. Der Grund dafür ist wohl ein anderer Konflikt.

Die trilateralen Gespräche zwischen der Ukraine, den USA und Russland sind laut einem Medienbericht wegen der Lage im Nahen Osten ausgesetzt worden. Die Teams der drei Länder würden aber weiterhin in täglichem Kontakt stehen, berichtet die unabhängige Nachrichtenagentur Interfax-Ukraine unter Berufung auf den Sprecher des ukrainischen Außenministeriums, Heorhii Tykhyi.

Demnach weist der Diplomat in einem Briefing darauf hin, dass die trilateralen Konsultationen bereits mehrfach verschoben wurden und derzeit erneut verzögert werden. "Sie wurden weder abgesagt noch aufgegeben, sondern lediglich verschoben. Hier muss man nichts weiter hineininterpretieren. Die Aufmerksamkeit der USA richtet sich derzeit voll und ganz auf den Nahen Osten", wird Tykhyi zitiert. Unter diesen Umständen würden die Verhandlungen ruhen. Jedoch zeige Russland laut dem Sprecher "keine Bereitschaft zum diplomatischen Prozess."

Zuvor hatte die "Financial Times" unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Quellen berichtet, der Ukraine-Friedensprozess würde im Sande verlaufen, weil US-Präsident Donald Trump wegen des Iran-Kriegs das Interesse an der Ukraine verloren habe. Diesen Medienbericht wies der Kreml umgehend zurück.

Man verfolge solche Berichte zwar, ziehe jedoch andere Schlüsse über Trumps Haltung zu den Verhandlungen, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow vor zwei Tagen. "Nach seinen Äußerungen zu urteilen, hat Präsident Trump keineswegs das Interesse verloren." Außerdem dränge Trump den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj nachdrücklich zu einer Einigung. Peskow fügte hinzu, Russland sei an einer Fortsetzung der Gespräche zur Beendigung des Krieges interessiert. Ort und Datum für die nächste Verhandlungsrunde seien jedoch weiterhin unklar.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte vergangene Woche, die Ukraine sei bereit für eine neue Gesprächsrunde zur Beendigung des Krieges. Doch wegen der unterschiedlichen Positionen der USA und Russlands seien Zeitpunkt und Ort noch nicht vereinbart worden. Zudem hatte Selenskyj auf die Notwendigkeit eines Treffens mit Trump bestanden und darauf hingewiesen, dass einige Fragen weiterhin festgefahren seien.

Die von den USA vermittelten Friedensgespräche zwischen der Ukraine und Russland in Genf waren am 18. Februar nach nur zwei Stunden zu Ende gegangen. Der russische Delegationsleiter Wladimir Medinski sagte, die Gespräche seien "schwer, aber sachlich" gewesen. Die Parteien hätten sich jedoch auf weitere Verhandlungen verständigt.

Quelle: ntv.de, gut/rts

RusslandFriedensgesprächeDonald TrumpAngriff auf die UkraineUSADiplomatieUkraineIran-Konflikt