Politik

Zwischen Russland und Ukraine Getreideabkommen um vier Monate verlängert

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Die Frachter mit Getreide legen regelmäßig aus der Ukraine ab - oft liefern sie gen Afrika.

(Foto: picture alliance/dpa/ZUMA Press Wire)

Das von der UNO und der Türkei vermittelte Getreideabkommen zwischen den Kriegsparteien Russland und Ukraine drohte auszulaufen - nun wird es verlängert. UN-Generalsekretär Guterres zeigt sich nach längerem Ringen darum zufrieden.

Das Getreideabkommen zwischen Russland und der Ukraine ist um 120 Tage verlängert worden. Das teilte der ukrainische Infrastrukturminister Oleskandr Kubrakow im Online-Dienst Twitter mit. Ein türkischer Regierungsvertreter bestätigte in Istanbul, das Abkommen werde "unter den aktuellen Bedingungen" für vier Monate fortgesetzt. Nach dem Winter könne es "neue Vereinbarungen" geben. UN-Generalsekretär António Guterres begrüßte die Verlängerung des Abkommens.

Das von der UNO und der Türkei vermittelte Abkommen wäre in der Nacht zum Samstag ausgelaufen. Es wurde am 22. Juli in Istanbul unterzeichnet, um die sichere Ausfuhr von ukrainischem Getreide durch einen Schutzkorridor im Schwarzen Meer und den Export von russischen Lebens- und Düngemitteln trotz des Krieges zu ermöglichen.

Die Ukraine ist einer der größten Getreideproduzenten der Welt. Wegen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine sind die Getreideexporte Kiews jedoch stark beeinträchtigt.

Die Verlängerung des Abkommens sei mit "allen Parteien" vereinbart worden, erklärte auch UN-Generalsekretär António Guterres. Die Einigung zeige, wie wichtig Diplomatie bei der Suche von multilateralen Lösungen sei. Erdogan seinerseits betonte auf Twitter die Bedeutung des Abkommens "für die Nahrungssicherheit in der Welt".

Zweites Abkommen zu russischem Dünger

"Die Vereinten Nationen setzen sich auch dafür ein, die verbleibenden Hindernisse für den Export von Lebens- und Düngemitteln aus Russland zu beseitigen", erklärte Guterres zudem mit Verweis auf ein zweites Abkommen, das die Ausfuhr russischer Lebensmittel und Dünger trotz westlicher Sanktionen erlaubt. Beide Abkommen seien "unerlässlich, um die Preise für Nahrungsmittel und Düngemittel zu senken und eine weltweite Nahrungsmittelkrise zu vermeiden".

Russland hatte bis zuletzt offengelassen, ob es einer Verlängerung des Abkommens zustimmen wird. Moskau beklagte wiederholt, es könne sein Getreide und seine Düngemittel wegen der wegen des Krieges vom Westen verhängten Sanktionen nicht verkaufen.

Die von der UNO und der Türkei vermittelten Abkommen waren im Juli in Istanbul unterzeichnet worden, um die sichere Ausfuhr von ukrainischem Getreide durch einen Schutzkorridor im Schwarzen Meer und den Export von russischen Lebens- und Düngemitteln trotz des Krieges zu ermöglichen.

Seit Anfang August konnten dadurch mehr als elf Millionen Tonnen Getreide und andere landwirtschaftliche Produkte aus ukrainischen Häfen transportiert werden. Etwa 40 Prozent davon gingen an Entwicklungsländer. Die Ukraine ist einer der größten Getreideproduzenten der Welt. Wegen des russischen Angriffskriegs sind die Exporte des Landes jedoch stark beeinträchtigt.

Quelle: ntv.de, mpe/AFP

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