Politik

Trotz ausgerufener Waffenruhe Gewalt am Gazastreifen dauert an

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Die israelische Luftwaffe nimmt Dutzende Ziele im Gazastreifen unter Beschuss.

(Foto: REUTERS)

Aus dem Gazastreifen fliegen wieder Raketen in israelische Gebiete. Eine von der Hamas verkündete Waffenruhe hält nicht, Israel reagiert mit Luftangriffen. Die Gewalt in der Grenzregion droht immer mehr zu eskalieren. Ein Krieg wäre für beide Seiten allerdings ein politisches Desaster.

Der Konflikt zwischen Israel und der im Gazastreifen herrschenden Hamas eskaliert trotz Verkündung einer einseitigen Waffenruhe weiter. Militante Palästinenser feuerten in der Nacht rund 30 Raketen ins israelische Grenzgebiet, wie ein Armeesprecher in Tel Aviv mitteilte. Und auch Israel griff Dutzende Ziele in den Palästinensergebieten an.

Mit dem Angriff reagierte Israel auf einen Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen, bei dem am Montag ein Haus nordöstlich von Tel Aviv zerstört worden war. Sieben Menschen wurden dadurch verletzt, darunter Kleinkinder. Israel reagiere entschlossen auf die kriminelle Aggression und würde alles Notwendige tun, "um unsere Menschen und unseren Staat zu verteidigen", sagte Regierungschef Benjamin Netanjahu, der seinen Besuch bei Donald Trump in Washington vorzeitig abbrach. Der US-Präsident unterzeichnete ein Dekret, mit dem die USA die israelische Kontrolle über die Golanhöhen anerkennen.

Laut israelischer Armee seien in der Nacht rund 15 "Terrorziele" im nördlichen Gazastreifen beschossen worden, darunter zwei militärische Anlagen. Außerdem griffen israelische Panzer und Kampfhubschrauber Hamas-Posten in dem Küstenstreifen an und zerstörten das Büro des Hamas-Chefs Ismail Hanija. Mindestens sieben Menschen wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza verletzt.

Gewalt könnte noch zunehmen

Am Abend hatte die Hamas eine Waffenruhe verkündet. Doch die hielt nicht lange an. Die israelische Armee erklärte, 30 Raketen oder Mörsergranaten seien aus den Palästinensergebieten abgefeuert worden. In weiten Teilen von Israel wurden die öffentlichen Schutzräume geöffnet. Zudem erließen die israelischen Behörden umfangreiche Maßnahmen für die Bevölkerung in den Gebieten rund um den Gazastreifen: Schulen blieben geschlossen. Die Menschen wurden aufgefordert, nur wenn unbedingt notwendig ihrer Arbeit nachzugehen. Zudem gab Israels Militär die Anweisung, dass sich nicht mehr als 300 Menschen an einem Ort versammeln dürfen.

Sowohl die Hamas als auch Israels Premierminister Netanjahu haben in den vergangenen Monaten deutlich gemacht, kein Interesse an einem neuen Krieg zu haben. Dennoch stehen beide Seiten politisch unter Druck: Die Palästinenser im Gazastreifen sind vor Kurzem gegen ihre Führung, die Hamas, auf die Straße gegangen. Die Organisation schlug die Proteste allerdings nieder. Netanjahu befindet sich wiederum mitten im Wahlkampf.

Die Lage in der Region bleibt daher angespannt. Ende der Woche jährt sich der Beginn der teilweise gewalttätigen Proteste am Grenzzaun zum ersten Mal. Die Hamas will Zehntausende Palästinenser an die Grenze schicken. Dann könnte es zu neuer Gewalt kommen.

Quelle: n-tv.de, hny/dpa/AFP/rts

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