Politik

Gutachten bei Prozess vorgelegt Gift-Anschlag hätte Tausende Opfer gefordert

121804350.jpg

Rizin ist bereits in kleinen Mengen für Menschen tödlich.

(Foto: picture alliance/dpa)

Im Jahr 2018 wird bekannt, dass ein Islamisten-Paar einen Anschlag mit dem hochwirksamen Gift Rizin vorbereitet haben soll. Ein Gutachten legt jetzt nahe, dass bei einer Durchführung Opferzahlen in fünfstelliger Höhe möglich gewesen wären.

Die 2018 bei Islamisten in Köln gefundene Menge des Giftes Rizin hätte rein rechnerisch für insgesamt 27.000 Tote und Verletzte gereicht. Das hat ein Gutachter des Robert-Koch-Instituts als Sachverständiger im Prozess gegen das Islamisten-Paar am Düsseldorfer Oberlandesgericht ausgesagt. Neben den rechnerisch 13.500 Toten hätten noch einmal so viele Menschen verletzt werden können.

121126416.jpg

Unscheinbar: Rizin wird aus den Samen des Rizinusbaums gewonnen. Das potente Gift gilt offiziell als biologische Waffe.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die tatsächliche Opferzahl bei einem Anschlag wäre aber wohl deutlich geringer gewesen, betonte der Experte. Auf eine Zahl wollte er sich dabei nicht festlegen. Man habe bislang keine Erfahrungen mit Rizin-Bombenanschlägen. Die Wirkung sei stark vom Anschlagsort abhängig, etwa der Größe eines geschlossenen Raums. Das Gift sei sehr hitzebeständig. Der Bundesnachrichtendienst war in einer Einschätzung zu einer möglichen Opferzahl von über 100 Toten gekommen.

Ein 30-jähriger Tunesier und seine 43-jährige deutsche Ehefrau stehen vor Gericht, weil sie im vergangenen Jahr den ersten Terroranschlag mit einem biologischen Kampfstoff in Deutschland vorbereitet haben sollen. Der mutmaßliche Rizin-Bombenbauer von Köln gehörte Ermittlern zufolge einer Chat-Gruppe namens "Wölfe des Islamischen Staates in Europa" an.

Dem Paar drohen bis zu 15 Jahre Haft. Das Paar hatte laut Anklage begonnen, das hochgiftige Rizin aus Tausenden Rizinus-Samen zu gewinnen, die die Angeklagten im Onlinehandel gekauft haben sollen.

Quelle: n-tv.de, dpa/tro

Mehr zum Thema