Politik

Lindner im "ntv Frühstart" "Gleichsetzung mit negativ Getesteten reicht nicht"

Von vollständig Geimpften und Corona-Genesenen soll keine Gefahr mehr ausgehen. Nun tobt die Debatte über die Rückgabe von Freiheitsrechten. Dabei reiche es nicht, Geimpfte mit negativ Getesteten gleichzustellen, argumentiert FDP-Chef Lindner. Da müsse schon mehr kommen.

In der Debatte über die Rückgabe von Freiheitsrechten an vollständig Geimpfte plädiert FDP-Chef Christian Lindner für großzügigere Zugeständnisse. "Nur die Gleichsetzung mit negativ Getesteten, das reicht in unseren Augen nicht", sagte der Bundestagsabgeordnete im "ntv Frühstart".

Zum Beispiel solle es möglich sein, "dass Großeltern, die geimpft sind, zur Familie ihrer Kinder kommen können, ohne bei der Kontaktbeschränkung dazugezählt zu werden". Auch sollten Geimpfte von Ausgangssperren ausgenommen werden, forderte Lindner.

Für eine vollständige Rückgabe aller Freiheitsrechte spricht sich der FDP-Vorsitzende aber nicht aus. "Ich höre sehr wohl die Argumente von bestimmten Ethikern und nehme das auch ernst." Der soziale Sprengstoff sei nicht zu unterschätzen, "wenn die einen die anderen beobachten, wie sie ihre Freiheiten leben", so Lindner. Bestimmte Vorgaben könnten aus pragmatischen Gründen auch sinnvoll sein, "zum Beispiel die Maskenpflicht beim Zugfahren". Da mache es keinen Sinn, immer den Impfpass zu kontrollieren, wenn jemand keine Maske trägt.

Digitalen Impfpass schnell einführen

Angesichts der schleppenden Entwicklung eines europaweit gültigen digitalen Impfausweises plädiert Lindner zudem für eine schnelle nationale Lösung, die auf Vorarbeiten aus dem Ausland setzt. "Wir müssen schauen, was gibt es bereits an technischen Lösungen in anderen europäischen Ländern. Andere haben bereits damit angefangen", sagte Lindner.

Vielleicht müsse eine ausländische Lösung nicht vollkommen sein, sie umzusetzen bedeute aber, dass "es überhaupt etwas gibt und damit der Alltag erleichtert wird". Lindner riet zu einem pragmatischen Vorgehen ohne Rücksicht auf nationales Prestige. "Wir können nicht immer nur den deutschen Goldstandard selbst entwickeln wollen." Das dauere häufig zu lange. "Ich wäre offen, die Lösung eines anderen Staates jetzt zu nutzen, statt länger zu warten."

Quelle: ntv.de, ako

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