Politik

Mahnmal vor Gedächtniskirche Goldener Riss erinnert an Terroropfer

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Der Riss soll eine Wunde symbolisieren, die vermutlich nie verheilen wird. Auf den Stufen sind die Namen der ermordeten Menschen zu lesen.

(Foto: REUTERS)

Auf dem Breitscheidplatz zieht sich ein goldener Riss durch den Boden. Das Mahnmal erinnert an die zwölf Menschen, die heute vor einem Jahr ermordet wurden. Hinterbliebene, Opfer, Helfer und Politiker versammeln sich neben der Gedächtniskirche.

Unter starken Sicherheitsvorkehrungen hat Berlin der Opfer und Hinterbliebenen des Terroranschlags auf den Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche gedacht. Zum ersten Jahrestag des Attentats stellte Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller in einer nicht öffentlichen Zusammenkunft Betroffenen das Mahnmal für das Attentat vor. Ein goldener Riss im Boden symbolisiert nun die tiefe Wunde, die das Attentat im Leben der Betroffenen hinterließ. Entlang des Risses und auf Stufen mit den Namen der Opfer vor der Kirche legten Betroffene weiße Rosen nieder.

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Menschen legen Blumen nieder auf den Stufen vor der Gedächtniskirche.

(Foto: REUTERS)

"Wir wollen uns nicht durch Terror und Hass spalten lassen", sagte Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller. Auch das symbolisiere der Riss, der wieder geschlossen, aber trotzdem noch sichtbar sei. Über den Namen steht geschrieben: "Zur Erinnerung an die Opfer des Terroranschlags am 19. Dezember 2016. Für ein friedliches Miteinander aller Menschen. In dieser Nacht starben:"

"Der Anschlag hat geliebte Menschen aus unserer Mitte gerissen, die wir schmerzlich vermissen", sagte Müller. "Er hat damit viele Menschen getroffen, er hat die Menschlichkeit getroffen." Das Attentat mit einem Laster am Abend des 19. Dezember 2016 habe "Spuren in den Herzen der Menschen in Berlin und darüber hinaus hinterlassen", betonte er. Aber am Ende habe der Terror nicht gesiegt. Denn die Menschen gerade in Berlin wollten sich nicht durch Terror und Hass beeinflussen lassen.

Zu einer interreligiösen Andacht versammelten sich anschließend Hinterbliebene, Verletzte und ihre Angehörigen sowie Helfer in der Gedächtniskirche. Um dorthin zu gelangen, mussten Teilnehmer eine Sicherheitsschleuse passieren. Auf den umliegenden Dächern hatten sich Scharfschützen postiert.

Bei der Vorstellung des Mahnmals war mit einem symbolischen Akt das letzte Stück eines knapp 17 Meter langen, goldenen Risses im Boden vervollständigt worden. Dafür schoben Opfer Metallblöckchen in einen Ofen, das flüssige Metall wurde von einem Fachmann in den Riss eingefügt.

Bei dem stillen Beisammensein, das der öffentlichen Mahnmal-Präsentation und der Andacht vorgelagert war, waren auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble anwesend. Zu den Gedenkveranstaltungen kamen rund 80 Opfer und Angehörige sowie rund 40 Helfer.

Quelle: ntv.de, hul/dpa/AFP

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