Politik

Von der Leyen entscheidet "Gorch Fock" wird weitergebaut

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So soll der Stolz der deutschen Marine künftig wieder aussehen: Die "Gorch Fock" unter Segeln (Archivbild).

(Foto: dpa)

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen gibt grünes Licht für einen Weiterbau des Segelschulschiffs "Gorch Fock". Ziel sei es, das Schiff der Marine bis zum Herbst 2020 im Rahmen der vereinbarten Kostenvorgaben fertigzustellen, heißt es aus dem Ministerium.

Die Bundeswehr soll ihr altes Segelschulschiff renoviert zurückbekommen: Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen hat sich für eine Fortsetzung der Arbeiten an der "Gorch Fock" entschieden. Ziel sei es, das Segelschiff bis zum Herbst 2020 fertigzustellen, heißt es aus dem Ministerium. Die Arbeiten sollen dabei "im Rahmen der vereinbarten Kostenvorgaben" bleiben. Als Obergrenze wurden 128 Millionen Euro vereinbart, zu denen weitere 7 Millionen für Ausrüstung kommen.

Der sanierte Rumpf des Schiffes war am Freitag nach drei Jahren Bauzeit ins Wasser gelassen worden. Er habe danach erste Tests bestanden, sagte ein Sprecher des Ministeriums. Am Dienstag wurden auch Abgeordnete des Bundestages über den Sachstand informiert. Die Kosten der Sanierung des gut 81 Meter langen Schiffs waren völlig aus dem Ruder gelaufen. Statt zehn Millionen Euro sind mehr als 70 Millionen Euro ausgegeben worden. Dann wurden Gesamtkosten von 135 Millionen Euro als Obergrenze festgelegt.

Die Opposition bekräftigte daraufhin ihre Kritik an der Schiffssanierung. "Die Sanierung wurde ohne Rücksicht auf Verluste und ohne Sinn und Verstand durchgeboxt", erklärte der Grünen-Verteidigungsexperte Tobias Lindner. "Dass die Herausgabe des Schiffsrumpfes, der gerade so schwimmen kann, als Erfolg im Ministerium gefeiert wird, macht das ganze Ausmaß des Desasters um die 'Gorch Fock' deutlich."

Elsflether Werft ist seit Februar insolvent

Ähnlich äußerte sich Matthias Höhn, der sicherheitspolitische Sprecher der Linksfraktion. "Mit dem heutigen Ausdocken der 'Gorch Fock' ist das Trauerspiel um das Millionengrab des maroden Segelschulschiffs der Marine nicht beendet, sondern nur um eine Etappe reicher." Er forderte, die "Gorch Fock" außer Dienst zu stellen, bevor "weitere Millionen in ihr versenkt werden".

Die Elsflether Werft, die den Generalauftrag hat, ist seit Februar insolvent. Dort hatte die frühere Werftleitung Geld von der Marine in dubiose Nebengeschäfte gesteckt. Die Staatsanwaltschaft untersucht das Geschäftsgebaren der zwei Ex-Vorstände. Auch mehrere Gerichte beschäftigen sich mit dem Debakel.

Quelle: n-tv.de, mmo/dpa

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