Politik

"DU sollst das Klima schützen!" Greenpeace klaut der CDU das "C"

Am Klimapaket der Koalition gibt es viel Kritik - von der Opposition, dem Umweltbundesamt und aus den eignen Reihen. Dass auch Greenpeace damit unzufrieden ist, zeigen Aktivisten in Berlin - indem sie das "C" aus der CDU nehmen.

Greenpeace-Aktivisten haben im Vorfeld des CDU-Bundesparteitages an der Parteizentrale in Berlin von dem Schriftzug CDU das "C" abmontiert. Unter Einbeziehung des verbliebenen "DU" wurde dann der Schriftzug "Du sollst das Klima schützen" gebildet. Bilder von der Aktion waren im Anschluss bei Twitter zu sehen. Das "C geht jetzt auf Reise", sagte eine Greenpeace-Sprecherin. Der Buchstabe solle an drei Orten in Deutschland auftauchen. Wo ist allerdings noch unklar.

Mit der Aktion wolle Greenpeace gegen "die desaströse Umwelt- und Klimapolitik der CDU" protestieren, teilte die Organisation mit. "Während die Partei regelmäßig beteuert, die Schöpfung bewahren zu wollen, bleibt sie die dazu nötigen Maßnahmen mit dem kürzlich vorgelegten Klimapaket erneut schuldig", heißt es in einer Erklärung. Das maßgeblich von Unions-Ministern zu verantwortende Paket enthalte zwar Ziele, aber kaum Maßnahmen für besseren Klimaschutz.

Mit dem Klimapaket der Koalition wird das Ziel bekräftigt, die CO2-Emissionen bis 2030 um 55 Prozent verglichen mit dem Stand von 1990 "auf jeden Fall verlässlich zu erreichen". Zahlreiche Wissenschaftler äußerten jedoch Zweifel, ob dies mit den in dem Paket enthaltenen Maßnahmen möglich ist.

Greenpeace hat am "C" schwer zu tragen.

Greenpeace hat am "C" schwer zu tragen.

(Foto: picture alliance/dpa)

"Die CDU kann nicht ewig vom Bewahren der Schöpfung sprechen, ohne auch etwas dafür zu tun", sagte dazu Greenpeace-Sprecherin Marion Tiemann. "Das schwache Klimapaket hat diesen politischen Etikettenschwindel endgültig auffliegen lassen." Greenpeace verwies auf eine aktuelle Studie des Instituts Kantar, wonach 74 Prozent der Deutschen die CDU nicht mehr als eine Partei sehen, "die die Schöpfung bewahrt". Auch von den CDU-Anhängern vertreten demnach 62 Prozent diese Auffassung. Die Befragung war von Greenpeace in Auftrag gegeben worden, befragt wurden 1012 Bürger.

Greenpeace warf besonders Verkehrsminister Andreas Scheuer und Wirtschaftsminister Peter Altmaier vor, wirksame Schritte wie den Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor und den Beginn des Kohleausstiegs zu verhindern oder zu verschleppen. Zugleich werde die Energiewende ausgebremst.

Quelle: ntv.de, pbu/afp