Politik

Skandal um AgrarsubventionenBetrug mit EU-Hilfen? Zahl der Festnahmen in Griechenland steigt

26.05.2026, 21:55 Uhr
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In Griechenland sollen zahlreiche Bauern EU-Agrarhilfen für Land beantragt haben, das sie gar nicht besaßen. (Foto: Socrates Baltagiannis/)

Der Betrugsskandal um EU-Agrarsubventionen in Griechenland zieht weitere Kreise. Nach mehreren Festnahmen auf Kreta nehmen die Ermittler nun Thessaloniki ins Visier. Auch die Regierung des Landes gerät weiter unter Druck.

Im Zuge der Ermittlungen in einem weitreichenden Korruptionsskandal um EU-Agrarsubventionen in Griechenland haben die Behörden 39 Verdächtige festgenommen. Wie die Polizei mitteilte, wurden im Norden des Landes 17 Menschen festgenommen, hauptsächlich in Thessaloniki, der zweitgrößten Stadt des Landes. Am Vortag gab es demnach 22 Festnahmen, die meisten davon auf der beliebten Ferieninsel Kreta.

Unter den Festgenommenen sind laut Polizei zwei Buchhalter sowie drei leitende Angestellte, die für die Bearbeitung von Anträgen auf Agrarsubventionen zuständig waren. Die Höhe des Betrugs im Zusammenhang mit den Festnahmen wird laut Polizei auf 7,5 Millionen Euro geschätzt.

Bereits im Oktober vergangenen Jahres waren landesweit dutzende Verdächtige wegen ihrer mutmaßlichen Verwicklung in den groß angelegten Betrug mit den EU-Agrarhilfen festgenommen worden. Eine große Zahl der Betrugsfälle betrifft Kreta - wo neben dem Tourismus die Landwirtschaft einer der wichtigsten Wirtschaftszweige ist.

Immunität von elf Abgeordneten aufgehoben

Als Folge der insbesondere von der europäischen Staatsanwaltschaft geführten Ermittlungen wurde mittlerweile die Immunität von elf Abgeordneten im griechischen Parlament aufgehoben. Den Politikern wird vorgeworfen, Bauern und anderen Bürgern bei Betrügereien mit EU-Beihilfen geholfen zu haben.

Zahlreichen Bauern wird unter anderem vorgeworfen, EU-Agrarhilfen für Land beantragt zu haben, das sie gar nicht besaßen. Oder sie gaben fälschlich einen größeren Viehbestand an, um höhere Zuzahlungen zu erreichen. Es erhielten demnach sogar Menschen Agrarsubventionen, die überhaupt nichts mit der Landwirtschaft zu tun hatten.

Erleichtert wurde der Betrug dadurch, dass zum Zeitpunkt der Subventionsanträge in Griechenland viele Eigentumsverhältnisse unklar und die Grundbücher lückenhaft waren. Zu den mutmaßlichen Betrugsfällen zählen Agrarhilfen für angebliche Olivenbäume auf einem Militärflughafen, Weideland auf dem Gelände archäologischer Stätten und Bananenplantagen auf dem Berg Olymp.

Im Zuge der Ermittlungen sind bereits drei Minister und mehrere Staatssekretäre zurückgetreten. Wegen der Affäre verlangt die Opposition den Rücktritt der gesamten Regierung von Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis und Neuwahlen.

Quelle: ntv.de, nbr/AFP

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