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RTL/ntv Trendbarometer Groko im Höhenflug - AfD rutscht ab

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So weit, wie es in dieser Pressekonferenz vergangene Woche optisch wirkte, lagen Union und SPD in ihren Plänen für das Konjunkturpaket dann doch gar nicht auseinander.

(Foto: picture alliance/dpa)

Das Konjunkturpaket beschert der Bundesregierung den bisher besten Trendbarometer-Wert des Jahres. 56 Prozent der Deutschen würden derzeit einer der drei Regierungsparteien ihre Stimme geben. Die AfD landet auf ihrem bisherigen Jahres-Tief.

Mit dem Konjunkturprogramm aus der vergangenen Woche kann die Berliner Koalition bei den Wählerinnen und Wählern punkten. Die CDU/CSU hält in der dritten Woche in Folge ihren Spitzenwert von 40 Prozent Zustimmung, der Regierungspartner SPD verbessert sich von 15 auf 16 Prozent und liegt damit wieder vor den Grünen, die um einen Punkt auf 15 Prozent abrutschen.

Die Maßnahmen, um die deutsche Wirtschaft nach dem Corona-Lockdown und trotz Einbruch der Nachfrage in vielen Segmenten wieder anzukurbeln, hatten bereits viel positives Echo unter Wirtschaftsexperten, Gewerkschaftlern und Verbänden erhalten. Sogar die Opposition sah sich nicht veranlasst, den nach 21 Verhandlungsstunden von der Bundesregierung beschlossenen Maßnahmen-Mix sofort in der Luft zu zerreißen. Und ein "besser als befürchtet" von Grünen-Chefin Annalena Baerbock - das muss man auch erstmal schaffen.

Bei den Bundesbürgern erreicht die Regierung nun erstmals in diesem Jahr 56 Prozent Zustimmung und baut damit ihre auch zuvor bereits komfortable Mehrheit weiter aus. Die FDP arbeitet sich von zwischenzeitlich fünf wieder auf sechs Prozent vor - einen Wert, den sie seit Beginn der Corona-Maßnahmen nicht mehr überschreiten konnte, und auf den sie sich im Vergleich zu neun Prozent im Januar dieses Jahres nun einzupendeln scheint.

AfD rutscht auf Tiefstwert seit Sommer 2017

Die AfD fällt um einen Punkt auf acht Prozent und damit auf ihren schlechtesten Wert seit August 2017. Die Partei äußerte in den letzten Wochen in der Öffentlichkeit scharfe Kritik an den Corona-Schutzmaßnahmen und Zweifel an deren Notwendigkeit. Von der Anti-Corona-Stimmung, die an den vergangenen Wochenenden auf sogenannten Hygiene-Demos und in den sozialen Medien verbreitet wurde, kann sie offensichtlich nicht profitieren.

Demgegenüber darf sich die Bundesregierung gewiss sein, bei der Bekämpfung der Pandemie und der daraus resultierenden Wirtschaftskrise die Mehrheit der Bundesbürger hinter sich zu haben. 51 Prozent aller Befragten bewertet das Konjunkturpaket als "ausreichend", darunter sind nicht nur 59 Prozent Unions- und 56 Prozent SPD-Anhänger, sondern auch viele Unterstützer der Opposition. Die beste Beurteilung erreicht das Stimulierungsprogramm bei den Grünen-Anhängern. Hier sagen 69 Prozent, es sei ausreichend, derselben Meinung sind 51 Prozent der FDP-Sympathisanten.

Zwei Drittel der Bürger erwarten keine Vorteile

Deutlich schlechter kommt das Paket, das unter anderem eine vorübergehende Senkung der Mehrwertsteuer auf 16 Prozent, 13 Milliarden Euro Hilfe für die Kommunen, aber nicht die von der Autoindustrie geforderte Kaufprämie für Neuwagen vorsieht, bei Anhängern der Linken und der AfD an. Nur 26 Prozent der Linken-Unterstützer halten das Konjunkturprogramm für ausreichend, 52 Prozent hätten größere Ausgaben bevorzugt. AfD-Anhänger hingegen sind zu 50 Prozent der Meinung, dass zu viel Geld ausgegeben wird. Nur 18 Prozent sind mit dem Paket einverstanden.

Insgesamt beläuft sich der Anteil der befragten Bundesbürger, die das Konjunkturprogramm für zu schwach halten, auf 21 Prozent. 17 Prozent hingegen halten es für zu umfangreich und somit zu teuer.

Bemerkenswert ist die Zufriedenheit von mehr als der Hälfte der Bundesbürger mit der Finanzstärke des Konjunkturpakets, obwohl mehr als zwei Drittel, 69 Prozent, für sich selbst keine Vorteile davon erwarten - darunter sind viele Rentner, Menschen mit mittlerem Einkommen, Arbeiter und Kinderlose. Mit vielen persönlichen Vorteilen rechnen nur drei Prozent der Deutschen, vor allem Angestellte, Gutverdiener und Familien. Ein Viertel der Befragten, vor allem Familien, Gutverdiener und Selbstständige, erwarten einige Vorteile.

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Quelle: ntv.de, fni