Politik

Großbritannien bleibt draußen Auch Labour-Chef will nicht zurück in die EU

298376624.jpg

Keir Starmer will den Brexit nicht rückgängig machen.

(Foto: picture alliance / empics)

Keir Starmer will Großbritannien nicht in die EU zurückführen, selbst wenn seine Labour-Partei in Zukunft wieder die Regierung des Vereinigten Königreiches stellen sollte. Starmer war ein vehementer Verfechter eines zweiten Referendums, um den Brexit wieder rückgängig zu machen.

Der britische Oppositionschef Keir Starmer will sein Land nicht in die Europäische Union zurückführen. Das sagte der Labour-Chef in verschiedenen Interviews mit britischen Medien vor einer Grundsatzrede zum künftigen Verhältnis Großbritanniens mit der EU. "Wir haben die EU verlassen und wir schauen nicht zurück, wir schauen nach vorne und es geht nicht darum, wieder in die EU, den Binnenmarkt, die Zollunion zurückzukehren oder die Personenfreizügigkeit wieder einzuführen", sagte Starmer dem Sender ITV.

Starmer, der sich noch vor einigen Jahren vehement für ein zweites Referendum und eine Abkehr vom Brexit einsetzte, wollte einen Fünf-Punkte-Plan vorlegen, mit dem seiner Ansicht nach die Beziehung mit der EU auf eine neue Grundlage gestellt werden könnte. Es gehe darum, den Streit mit der EU über das Nordirland-Protokoll zu beenden, Handelsschranken durch ein Abkommen über Standards bei tierischen Produkten abzubauen, so Starmer. Zudem müsste ein Marktzugang für britische Dienstleistungen geschaffen, die Zusammenarbeit in Sachen Sicherheit gefördert und in eine klimafreundliche Wirtschaft investiert werden.

Mit den Vorschlägen will Starmer die in Schwierigkeiten geratene britische Wirtschaft wieder ankurbeln. Dem britischen Premierminister Boris Johnson warf er vor, den Brexit zur Spaltung des Landes zu nutzen und damit Vertrauen auf internationaler Ebene zu verspielen. Eine erneute Debatte über den Brexit würde das Land nur weiter spalten und von den eigentlichen Problemen "ablenken", sagte Starmer zur Begründung. "Man kann das Land nicht voranbringen oder wachsen lassen oder Veränderungen bewirken oder das Vertrauen derer zurückgewinnen, die das Vertrauen in die Politik verloren haben, wenn man sich ständig auf die Argumente der Vergangenheit konzentriert", sagte der Labour-Chef.

(Dieser Artikel wurde am Montag, 04. Juli 2022 erstmals veröffentlicht.)

Quelle: ntv.de, ter/dpa

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen