Politik

Einrichtung einer Cyber-Truppe Großbritannien rüstet im Internet auf

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Ein Mitarbeiter zeigt bei der Hannover Messe 2018 einen illustrativen Hackerangriff auf eine Fabrikumgebung.

(Foto: Julian Stratenschulte)

Mit der Enthüllung der Ausspäh-Praxis von Großbritannien hat Edward Snowden 2013 die Cybersicherheit infrage gestellt. Nun fühlt sich die britische Regierung selbst bedroht. Sie plant daher eine Cyber-Truppe, in die ordentlich investiert werden soll.

Die britische Regierung will nach Informationen der "Times" eine Cyber-Truppe im Kampf gegen feindliche Staaten sowie Terroristen und andere kriminelle Gruppen einsetzen. Die neue Einheit soll dem Verteidigungsministerium und dem Nachrichtendienst unterstehen und mindestens 250 Millionen Pfund (280 Millionen Euro) kosten, wie die Zeitung nach eigenen Angaben aus Verteidigungs- und Sicherheitskreisen erfuhr. Dafür würden rund 2000 Experten aus dem militärischen Bereich, Sicherheitsdiensten und der Industrie rekrutiert, berichtete die "Times".

Hintergrund für die Schaffung der neuen Cyber-Truppe ist demnach eine wachsende Bedrohung durch Russland. Zudem habe Großbritannien in der Vergangenheit erfolgreiche Cyber-Angriffe gegen die Terrormiliz Islamischer Staat in Syrien und im Irak ausgeführt. Experten hätten etwa Schadsoftware eingesetzt, um den Terroristen Zugang zu Daten zu versperren. Außerdem seien Falschnachrichten verbreitet worden, um die Extremisten zu verwirren. Zudem habe man Geldtransfers behindert. Die neue Einheit soll nach Informationen der Zeitung aber auch im Kampf gegen andere kriminelle Gruppierungen wie Menschenhändler und Pädophilenringe eingesetzt werden.

Erst kürzlich kam der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg (Beschwerdenummer 58170/13 und andere) zu dem Urteil, dass das britische System selbst bei den massenhaften Überwachungen von Kommunikationsdaten von Internetnutzern in Teilen die Menschenrechte verletzt hat. Ein Netzwerk von investigativen Journalisten sowie einer Reihe von Nichtregierungsorganisationen hatte in Straßburg Klage eingereicht, nachdem der Ex-US-Geheimdienstler Edward Snowden im Jahr 2013 die Ausspäh-Praxis durch die Dienste in den USA und in Großbritannien enthüllt hatte. Im Urteil wurde klargestellt, dass damit gegen das Recht auf Privatleben und auf freie Meinungsäußerung der Bürger verstoßen wurde. Großbritannien muss in der Konsequenz jedoch lediglich einen Teil der Verfahrenskosten, etwa 185.000 Euro, tragen. Eine Strafe wurde nicht verhängt.

Quelle: n-tv.de, lle/dpa

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