Politik

Keller und Giegold gewählt Grüne küren Spitzenkandidaten für Europa

077c7af3e65de09009591bdebdf71356.jpg

Ska Keller und Sven Giegold führen die Grünen in den Europa-Wahlkampf.

(Foto: dpa)

Die Grünen ziehen mit Ska Keller und Sven Giegold als Spitzenkandidaten in die Europawahl im kommenden Jahr. Beide sagen in ihren Reden rechtspopulistischen Strömungen in Europa den Kampf an.

Die Grünen haben Ska Keller und Sven Giegold zu ihrem Spitzenduo für die Europawahl im Mai 2019 gewählt. Die 36-jährige Keller erhielt auf einem Parteitag in Leipzig 87,6 Prozent der Stimmen, auf Giegold entfielen sogar 97,9 Prozent.

Die Europaabgeordnete Keller sagte in ihrer Bewerbungsrede vor den rund 800 Delegierten, der derzeitige Zuspruch für die Grünen bringe "jede Menge Verantwortung" mit sich: "Es hängt auch von uns ab, wie es weitergeht in diesem Land." Sie rief zu einem entschlossenen Kampf gegen Rechtspopulisten auf. "Wir werden es niemals zulassen, dass Europa in ihre Hände fällt", sagte sie. Das Europa der Demokratie und der Menschenrechte sei bedroht. Der nächsten Generation könne man zudem nicht sagen, dass die Politik nicht dazu gekommen sei, den Klimawandel aufzuhalten. "Wir haben nur diesen einen Planeten."

Die deutschen Grünen haben Keller auch als Spitzenkandidatin für die europäischen Grünen nominiert. Sie hat gute Chancen, in zwei Wochen in Berlin gewählt zu werden.

*Datenschutz
"CO2-Mindestpreis" und Plastiksteuer

Giegold, der Sprecher der deutschen Grünen im EU-Parlament, wandte sich strikt gegen EU-Skepsis: "Deutschland ist nicht Opfer, sondern immer Gewinner der europäischen Einigung." Der Finanzexperte versicherte zudem: "Ich werde nicht Ruhe geben, bevor nicht Steuern da bezahlt werden, wo sie erwirtschaftet wurden."

Mit persönlicher Note rief Giegold zum Einsatz gegen riskante Chemieprodukte aus: "Mein kleiner Sohn hat Kreidezähne." Das ist eine Störung der Schmelzbildung der Zähne. Zahnärzte sagten, Bisphenol A könne die Ursache sein, so Giegold. Die Chemikalie steckt unter anderem als Weichmacher in Plastik. "Chemikalien müssen aus dem Alltag heraus", forderte Giegold. "Das sind wir Grüne der Gesundheit und auch der zukunftsfähigen Chemie schuldig." Das sei er auch seinem Sohn schuldig.

In dem Entwurf für das Wahlprogramm wird die Europawahl im kommenden Mai als "Richtungswahl" bezeichnet. Konkret verlangen die Grünen einen "CO2-Mindestpreis" für Industrieanlagen und eine Plastiksteuer auf Wegwerfprodukte. Die Grünen wollen die EU zudem zu einem "Garanten sozialer Rechte" machen.

Quelle: n-tv.de, uzh/dpa/AFP

Mehr zum Thema