Politik

"Aussitz- statt Außenpolitik" Grüne und FDP kanzeln Minister Maas ab

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Heiko Maas am 1. August in Warschau.

(Foto: imago images / ZUMA Press)

Außenminister Maas ist viel unterwegs, aber große Erfolge etwa als Vermittler im Iran-Konflikt sind ihm bisher verwehrt. Nun stellen FDP und Grüne dem Sozialdemokraten ein verheerendes Zeugnis aus. Lustlos, lavierend, unklar sei Deutschlands Außenauftritt. Die SPD sei für Maas ein Klotz am Bein.

Nach knapp eineinhalb Jahren im Amt bekommt Bundesaußenminister Heiko Maas schlechte Noten von FDP und Grünen. Der Sozialdemokrat sei "immer noch auf der Suche nach seiner Rolle für dieses Amt", sagte der Grünen-Außenpolitiker Jürgen Trittin dem "Spiegel". "Unter Maas ist die Außen- zur Aussitzpolitik geworden."

Der außenpolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Omid Nouripour, sagte dem Magazin, Maas' Vorgänger Frank-Walter Steinmeier habe im Auswärtigen Amt einen Reformprozess angestoßen, um die deutsche Außenpolitik "schneller, entschiedener und substanzieller" zu machen. "Unter Heiko Maas ist sie eher lavierender, unklarer und lustloser geworden", urteilte Nouripour.

FDP-Fraktionsvize Alexander Graf Lambsdorff sieht den Außenminister durch die SPD in seiner Arbeit behindert. "Ihm wird jeder Bewegungsraum zugeschüttet von einer Partei, die durch eine Phase der Selbstfindung geht und dabei die Linkspartei außenpolitisch kopiert", sagte Lambsdorff dem "Spiegel". Der Außenminister flüchte sich in "Metathemen" wie die Rechte der Frauen weltweit. "Das ist nicht falsch, aber ich erwarte von einem Außenminister, dass er in internationalen Krisen versucht zu deeskalieren." Die SPD mache Maas dies aber unmöglich. Der Jurist Maas war nach verschiedenen Stationen in der saarländischen Landespolitik von 2013 bis 2018 Bundesjustizminister. Seit März 2018 ist er Außenminister.

Quelle: n-tv.de, mau/AFP

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