Politik

Hilfe bisher zu bürokratisch? Grüne wollen Corona-Elterngeld

Ein kleines Mädchen steht vor einem abgesperrten Spielplatz. Foto: Julian Stratenschulte/dpa/Archivbild

Ein kleines Mädchen steht vor einem abgesperrten Spielplatz.

(Foto: Julian Stratenschulte/dpa/Archivbild)

Wer seine Kinder zu Hause betreuen muss, weil Kita und Schule zu ist, dem verspricht die Bundesregierung Lohnersatzleistungen. Den Grünen ist das zu bürokratisch - sie dringen nun auf ein unkompliziertes Corona-Elterngeld.

Die Grünen fordern die Bundesregierung auf, in der Corona-Krise mehr für Familien zu tun, etwa mithilfe eines unkomplizierten Corona-Elterngeldes. "Die Bedarfe der Eltern stehen offensichtlich nicht im Mittelpunkt des Krisenmanagements", erklärte Fraktionsvorsitzende Kathrin Göring-Eckardt gegenüber ntv.de. Sie hatte die Bundesregierung gefragt, wie viele Anträge auf Lohnersatz seit dem 1. April gestellt wurden. Dazu liegen aber laut Regierungsantwort noch keine Informationen vor. Göring-Eckardt teilte mit, es sei zu befürchten, dass die Regelung "wegen ihrer Hürden an den Lebensrealitäten vieler Familien" vorbei gehe.

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Göring-Eckardt spricht sich für ein Corona-Elterngeld aus.

"Der Druck für sie ist riesig, einige stehen unter Existenznot", so Göring-Eckardt. Die Bundesregierung müsse prüfen, ob ihre Regelung funktioniere und die Lohnentschädigung verlängern. Besser wäre ein Corona-Elterngeld mit weniger Bürokratie. So solle die Nachweispflicht über andere Betreuungsmöglichkeiten entfallen, Home-Office nicht als Betreuungsoption gewertet werden und die Dauer des Entschädigungsanspruches an die behördliche Schließung der Betreuungseinrichtungen gekoppelt sein.

Auch Vize-Fraktionschefin Katja Dörner hatte die Bundesregierung kritisiert. "Die Pläne zur Öffnung der Kitas bleiben vage, Familien wissen weiterhin nicht, worauf sie sich einstellen müssen. Das ist nicht akzeptabel." Wie Kitas und Schulen schrittweise wieder öffnen sollen, bleibt den Bundesländern überlassen.

Derzeit können Eltern bis zu 67 Prozent ihres Lohns vom Staat erhalten, wenn sie Kinder unter zwölf Jahren wegen geschlossener Kitas und Schulen zu Hause betreuen müssen und deshalb Einkommensverluste haben. Ferien- und Schließzeiten werden nicht mitgerechnet. Die Leistung ist begrenzt auf 2016 Euro für einen vollen Monat und wird zudem maximal für sechs Wochen gezahlt. Für manche Kita-Eltern wären die Zahlungen damit Mitte Mai bereits erschöpft. Sozialminister Hubertus Heil (SPD) hatte Ende April eine Verlängerung der Maßnahmen angekündigt. Die bisherige Regelung läuft Mitte Mai aus.

Quelle: ntv.de, vpe mit dpa